Ukraine - Österreich-Diaspora fordert Russland-Ausstieg der RBI
Bei Demo vor Bankenzentrale in Win - RBI: "Unsere Gedanken und
Unterstützung sind bei all den Menschen, deren Leben sich
durch diesen Krieg auf tragische Weise für immer verändert
hat"
Etwa 70 Ukrainerinnen und Ukrainer haben
am Montagnachmittag in Wien-Landstraße vor der Zentrale der
Raiffeisen Bank International (RBI) demonstriert und sie zum
Verlassen des russischen Markts aufgefordert. In Reden und auf
Plakaten war die Rede davon, dass auch die russische RBI-Tochterbank
zur Finanzierung des Kriegs gegen die Ukraine betrage. Man
respektierte das Recht auf Protest und friedliche Äußerung von
Anliegen, kommentierte auf APA-Anfrage eine RBI-Sprecherin."Wir sind heute da, um RBI zu helfen, endlich Russland zu
verlassen", sagte der APA der ukrainische Aktivist Andrij am
Dienstag vor der Konzernzentrale am Stadtpark. Er verwies auf einen
Gesinnungswandel in der Bank, in der am 1. März ein Rückzug aus
Russland noch ausgeschlossen worden war, am 17. März jedoch von
diesbezüglichen Überlegungen die Rede war. Der Aktivist stellte
zudem einen Zusammenhang zwischen den hohen Gewinnen der
RBI-Tochterbank in Russland und der Anzahl der seit 24. Februar
durch Kriegshandlungen getöteten Kinder in der Ukraine her.
Während sich die österreichische Bank vom russischen Markt
zurückziehen solle, solle die Raiffeisen-Tochterbank in der Ukraine
weiter aktiv bleiben, erklärte Andrij, der auch von vielen ins
Ausland geflohenen Kunden dieser ukrainischen Raiffeisenbank sprach.
2021 habe die Bank einen Zuwachs von 200.000 Kunden in der Ukraine
verzeichnen können, 20.000 davon dürften mittlerweile das Land
verlassen haben, erläuterte er. Die Bank solle auch nach Österreich
geflohenen Ukrainern bei der Jobsuche helfen, forderte der Aktivist.
Andere Sprecher auf der Demonstrationen stellten teilweise noch
härtere Forderungen. Ein junger Mann aus der Westukraine sagte etwa,
dass die RBI aufhören müsse, im Ausland mit russischen Staatsbürgern
zusammenzuarbeiten. Verlasse die RBI den russischen Markt nicht und
verzichte somit auf 30 Prozent ihres Gewinnes, werde die Bank
letztlich 100 Prozent ihres Gewinns verlieren, meinte er.
Der Krieg in der Ukraine habe verheerende Auswirkungen auf die
Menschen und die Wirtschaft der Ukraine, erklärte der APA eine
Sprecherin der Raiffeisen Bank International. "Unsere Gedanken und
unsere Unterstützung sind bei all den Menschen, deren Leben sich
durch diesen Krieg auf tragische Weise für immer verändert hat",
betonte sie.
Diese beispiellose Situation habe die RBI dazu veranlasst, ihre
Position in Russland zu überdenken. Man prüfe daher alle
strategischen Optionen für die Zukunft der Raiffeisenbank Russland
(RBRU), bis hin zu einem sorgfältig geführten Ausstieg aus der
Raiffeisenbank in Russland, erklärte sie.
hgh/mri/bel
ISIN AT0000606306
WEB http://www.rbinternational.com/
ISIN AT0000969985
WEB http://www.ats.net