voestalpine mit massivem Schub in die Gewinnzone
Ergebnis nach Steuern drehte in den ersten drei Quartalen
2021/22 von minus 159 Mio. auf plus 698 Mio. Euro - Umsatz
legte um fast 37 Prozent auf 10,9 Mrd. Euro zu - Robuste
Nachfrage
Der Linzer Stahlkonzern voestalpine hat in den
ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2021/22 einen
deutlichen Gewinnsprung hingelegt. Dank robuster Nachfrage nach
seinen Produkten in allen Segmenten stieg der Umsatz gegenüber dem
Vergleichszeitraum im Jahr davor um rund 37 Prozent auf 10,9 Mrd.
Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Das Ergebnis nach
Steuern erreichte 698 Mio. Euro, nach 159 Mio. Euro Verlust in der
Vorjahresperiode.Damit übertreffe die voestalpine "sogar deutlich das Niveau vor
Ausbruch der Pandemie". Als besondere Herausforderungen in den drei
Quartalen (1. April bis 31. Dezember 2021) strich der Konzern die
außergewöhnliche Volatilität der Rohstoffkosten und den sprunghaften
Anstieg der Energiepreise gegen Jahresende hervor. Einige Bereiche,
vor allem der Geschäftsbereich Automotive, seien von den
Lieferkettenproblemen der Automobilindustrie betroffen gewesen. Die
Nachfrage nach Autos sei allerdings ungebrochen. Der
Geschäftsbereich Bahninfrastruktursysteme entwickelte sich stabil,
das Luftfahrtsegment erholte sich ebenso wie die Öl- und
Gasindustrie, in die insgesamt verstärkt investiert werde. Vom in
der Coronakrise stark wachsenden Onlinehandel profitierte erneut der
Bereich Lagertechnik und Hochregallager.
Auch im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (per Ende
März) sollte sich das Ergebnis des Konzerns den Angaben zufolge
gegenüber den bereits sehr guten Vorquartalen nochmals deutlich
verbessern, so keine unerwarteten wirtschaftlichen Verwerfungen
auftreten. Das Management rechnet mit einem Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen (EBITDA) "am oberen Ende der bisher
kommunizierten Bandbreite" und somit in Höhe von bis zu 2,2 Mrd.
Euro.
In den ersten drei Quartalen hat sich das EBITDA im Jahresabstand
von 683 Mio. auf 1,55 Mrd. Euro bereits mehr als verdoppelt. Vor
Zinsen und Steuern ergab sich ein Gewinn (EBIT) von 947 Mio. Euro,
nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Verlust von 134 Mio. Euro
zu Buche gestanden war. Der Personalstand vergrößerte sich im
Berichtszeitraum um 2,7 Prozent auf weltweit 49.157 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter.
Die Nettoverschuldung des Konzerns sank per Ende Dezember von 3,2
auf 2,9 Mrd. Euro, das Eigenkapital vergrößerte sich den Angaben
zufolge von 5,4 auf 6,3 Mrd. Euro. Das Gearing (Nettoverschuldung in
Relation zum Eigenkapital) verbesserte sich entsprechend von 58,4
auf 46 Prozent.
Die Omikron-Variante des COVID-19-Virus führe zu neuen
Höchstzahlen bei Neuinfektionen, die Versorgungsengpässe in den
globalen Lieferketten seien nach wie vor vorhanden und in Europa
seien die Energiekosten "zuletzt geradezu explodiert". Dessen
ungeachtet sollten sich die positiven Trends auf den wesentlichen
Absatzmärkten fortsetzen, erwartet die voestalpine. Die
Lieferkettenprobleme in der Automobilindustrie dürften "im Herbst
die Talsohle durchschritten" haben.
"Dass wir in einem nach wie vor instabilen Wirtschaftsumfeld
sogar die Ergebnisse vor Ausbruch der Pandemie deutlich übertreffen
konnten, bestätigt eindrucksvoll die strategische Ausrichtung und
die Leistungsfähigkeit unseres Konzerns", betonte Konzernchef
Herbert Eibensteiner.
kre/ivn
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