Agrana nach drei Quartalen mit mehr Umsatz und weniger Gewinn
Im Gesamtjahr soll EBIT aber zumindest 10 Prozent über dem
Vorjahr liegen
Der börsennotierte Frucht-, Stärke- und
Zuckerkonzern Agrana hat nach den ersten drei Quartalen des
Geschäftsjahres 2021/22 mit 44,8 Mio. Euro um 9 Mio. weniger Gewinn
gemacht als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Ergebnis der
Betriebstätigkeit (EBIT) sank von 84,3 auf nun 76 Mio. Euro. Die
Umsatzerlöse stiegen von 1,97 Mrd. Euro auf knapp 2,17 Mrd. Euro
deutlich an, teilte das Unternehmen Donnerstagfrüh mit. Das
Gesamtjahr will man stärker als das vorige abschließen."Wir haben seit Beginn des Geschäftsjahres nach einer schwächeren
ersten Jahreshälfte für das zweite Halbjahr ein besseres Ergebnis
als im Vorjahr prognostiziert", erläuterte Agrana-CEO Markus
Mühleisen. Diesen Ausblick habe man insofern bestätigt. Denn das
EBIT im dritten Quartal stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um
2,7 Mio. auf 31,2 Mio. Euro an.
"Nach dieser erfreulichen Geschäftsentwicklung im dritten Quartal
erwarten wir auch im vierten Quartal im Jahresvergleich eine sehr
deutliche EBIT-Verbesserung", so Mühleisen. Daher gehe man davon
aus, dass das EBIT im Gesamtjahr um mindestens zehn Prozent über
jenem des vorigen Geschäftsjahres liegen werde. "Der Weg dorthin ist
in den letzten Monaten mit sehr stark gestiegenen Rohstoff- und
Energiepreisen aber wesentlich schwieriger geworden", betonte der
Unternehmenschef, der im laufenden Geschäftsjahr sein Amt antrat.
Beim Konzernumsatz wird von einem moderaten Anstieg ausgegangen.
Investiert werden im laufenden Geschäftsjahr 92 Mio. Euro.
Der Umsatz im Segment Frucht wuchs in den ersten drei Quartalen
mit 939,1 Mio. Euro moderat um 5,3 Prozent. Im Geschäftsbereich
Fruchtzubereitungen stiegen die Umsätze vor allem aufgrund höherer
Verkaufspreise. Bei Fruchtsaftkonzentraten gingen die Umsatzerlöse
mengenbedingt leicht zurück. Das EBIT erreichte nach neun Monaten
36,2 Mio. Euro und lag damit um 12,3 Prozent unter dem
Vergleichswert des Vorjahres. Der Grund für die Verschlechterung lag
vor allem im schwächeren Verkauf von Fruchtsaftkonzentraten aus der
Ernte 2020.
Der Umsatz im Segment Stärke lag in den ersten drei Quartalen
2021/22 mit 737,8 Mio. Euro deutlich (+18,8 Prozent) über dem
Vorjahreswert. Es wurden höhere Haupt- und Nebenproduktmengen
nachgefragt als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Das EBIT ist
nach neun Monaten mit 53,5 Mio. Euro um 8,5 Prozent unter den
Vorjahreswert gesunken. Die Hauptursache dafür waren im Vergleich
zum Vorjahr deutlich gestiegene Einkaufspreise für Rohstoffe
(Weizen, Mais) und Energie, die noch nicht in vollem Ausmaßüber
angepasste Produktpreise ausgeglichen werden konnten.
Der Umsatz im Segment Zucker erhöhte sich in den ersten drei
Quartalen mit 492,7 Mio. Euro um 8,8 Prozent. Neben erneut hohen
Absätzen im Retail-Bereich, gab es auch eine Erholung in der
Industriesparte, in der mehr Zucker als in der Vorjahresperiode
verkauft wurde. Das EBIT in den ersten drei Quartalen 2021/22 fiel
mit minus 13,7 Mio. Euro zwar besser als im Vorjahr aus, blieb aber
tiefrot. Hier wirkte noch die unterdurchschnittliche Eigenproduktion
nach der schädlingsbedingt geringen Ernte 2020 und die daraus
resultierende geringere Marge aus notwendigem Handels- und
Raffinationszucker nach.
phs/itz
ISIN AT000AGRANA3
WEB http://www.agrana.com
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