s Immo mit Übernahmepreis von Immofinanz nicht zufrieden
Angebotspreis berücksichtige Immo-Wertsteigerung nicht - Punkt
über strittige Abschaffung des Höchststimmrechts angepasst -
Angebotspreis bleibt bei 22,25 Euro - Annahmefrist bis 16.
Juli
Der Wiener Immobilienkonzern s Immo zeigt
sich mit dem Übernahmeangebot seines Großaktionärs Immofinanz in
einer ersten Reaktion nicht zufrieden. Der Angebotspreis in Höhe von
22,25 Euro je Aktie berücksichtige nicht die Wertsteigerung der
Immobilien, teilte das Unternehmen auf Anfrage der
Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch mit.Das Offert liege deutlich unter dem EPRA-NAV und berücksichtige
nicht die zum 30. April vorgenommene Wertanalyse des Portfolios und
weitere absehbarere Steigerungen. Die s Immo hatte jüngst einen
kräftigen Wertzuwachs ihres Portfolios in Deutschland von rund 85
Mio. Euro bekanntgegeben. Dies werde sich auf das Bewertungsergebnis
im zweiten Quartal auswirken. Ergeben habe dies eine Wertanalyse,
die s Immo unter Einbindung eines externen Gutachters vorgenommen
hatte.
Die Immofinanz, die bereits 26,5 Prozent an s Immo hält, hat nun
ihr öffentliches Übernahmeangebot vorgelegt, nachdem die
Übernahmekommission vor zwei Tagen grünes Licht gegeben hatte. Die
Veröffentlichung des Offerts wurde von der Behörde anfänglich
untersagt und eine intensivere Prüfung angekündigt. Vor allem bei
dem Thema Abschaffung des Höchststimmrechts prallten die Konzerne
mit unterschiedlichen Meinungen aufeinander. Die Immofinanz hat ihre
Angebot nun rund um diesen strittigen Punkt angepasst, blieb beim
Angebotspreis aber bei der angekündigten Höhe. Sie bietet 22,25 Euro
je s-Immo-Aktie und würde damit für den Kauf 1,14 Mrd. Euro in die
Hand nehmen. Die s-Immo-Aktien notierten zuletzt an der Wiener Börse
knapp darunter, bei 21,8 Euro. Der Angebotspreis wurde bereits
einmal erhöht. Ursprünglich wollte die Immofinanz nur 18,04 Euro je
Aktie bieten.
Als Bedingung für die Übernahme nannte die Immofinanz, dass das
Höchststimmrecht bei der s Immo abgeschafft werden solle. Diese in
der Satzung verankerte Bestimmung sieht vor, dass kein Aktionär mehr
als 15 Prozent der Stimmrechte halten darf, auch wenn er einen
höheren Aktienanteil besitzt. Der Immofinanz ist das ein Dorn im
Auge. Sie verlangt nun, dass spätestens 15 Börsentage vor dem Ablauf
der Annahmefrist ein Beschluss der Hauptversammlung der s Immo dazu
erfolgen soll. Sollte sie mit ihrem Übernahmeangebot allerdings
nicht erfolgreich sein und nicht 50 Prozent plus eine Aktie der
s-Immo-Papiere einsammeln, soll diese Bestimmung materiell in
Geltung bleiben, ergänzte die Immofinanz nun ihr Angebot.
Die s Immo äußerte sich vorerst nicht dazu. Bisher stand der
s-Immo-Vorstand der Forderung der Immofinanz kritisch gegenüber. Die
Anteilseigner sollen erst dann auf einer Hauptversammlung über die
Aufhebung des Höchststimmrechts abstimmen, wenn das Übernahmeangebot
auch erfolgreich ist, hieß es bisher. Die Angebotsfrist läuft nun
vom 19. Mai bis 16. Juli.
Die Immofinanz, die wie die s Immo einen großen Teil ihres
Immobilienbesitzes in Deutschland hat, hofft nach früheren Angaben,
die Übernahme im dritten Quartal abzuschließen. Überlegungen für
eine Fusion der Immobilienkonzerne gibt es schon seit mehreren
Jahren. Sie scheiterten aber bisher immer an ihrer Umsetzung. Bei
der s Immo war im Jänner der Finanzinvestor Aggregate Holding
eingestiegen, der nun 10,8 Prozent der Anteile hält. Wie sich
Aggregate, der auch Großaktionär des Wohnimmobilienkonzerns Adler
Group ist, im Übernahmeverfahren verhalten wird, ist bisher offen.
(Schluss) kre
ISIN AT0000A21KS2 AT0000652250
WEB http://www.immofinanz.com
http://www.simmoag.at