Verwirrung um Peciks Immofinanz-Paketverkauf - Wohl Fall für Juristen
Käufer Aggregate Holdings und Peciks RPR Privatstiftung äußern
sich widersprüchlich - RPR: Unklar, ob Deal zustande kommt
oder nicht - Aggregate: Vereinbarung wurde unterzeichnet
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Reaktion Immofinanz im letzten Absatz
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Der geplante Verkauf von Ronny Peciks Aktienpaket an
der Immofinanz AG wird wohl von Juristen ausgefochten werden müssen
- von Verkäufer- und Käuferseite gibt es widersprüchliche Äußerungen
dazu. Während der Käufer, die Aggregate Holdings des Österreichers
Günther Walcher, am Donnerstag erklärte, der Deal sei unterzeichnet
worden, betonte die RPR Privatstiftung von Pecik, es sei "derzeit
juristisch unklar", ob der Deal zustande komme oder nicht.
"Die Vereinbarung wurde gestern unterzeichnet und abgeschlossen",
sagte ein Aggregate-Sprecher zur APA. Der geplante Verkauf des fast
10-prozentigen Immofinanz-Anteils war unter dem Vorbehalt gestanden,
dass Pecik - seit April 2020 auch CEO der Immofinanz AG - bis 31.
März die Zustimmung seines slowakischen Geschäftspartners zu dem
Deal bekommt, denn die Beteiligung gehörte ihnen beiden.
Zunächst hatte es Donnerstagvormittag in einem Medienbericht
geheißen, der Deal sei geplatzt, der Geschäftspartner Peter Korbacka
habe Pecik die "rote Karte" gezeigt - zu Mittag hieß es, Korbacka
habe am Mittwoch "fünf Minuten vor Mitternacht unterschrieben".
Bei dem Paket geht es um eine Beteiligung, die Pecik über die
RPPK Immo GmbH hält. Diese Gesellschaft, der fast zehn Prozent an
der Immofinanz gehören, steht jedoch im gemeinsamen Eigentum von
Pecik und Korbacka. Der von Pecik mit Walchers Aggregate Holdings
ausgehandelte Verkauf stand unter der Bedingung, dass Korbacka, der
- neben der RPR Privatstiftung von Pecik - den zweiten
Geschäftsanteil an der RPPK Immo GmbH hält, der Übertragung bis zum
31. März zustimmt.
Laut RPR Privatstiftung von Pecik wird derzeit "juristisch
geprüft, ob die im Kauf- und Abtretungsvertrag vereinbarten
aufschiebenden Bedingungen rechtzeitig bis zum Ablauf des 31.3.2021
erfüllt wurden oder nicht", das sei "derzeit juristisch unklar".
Jedenfalls sei derzeit die Anteilsübertragung an der RPPK Immo GmbH
nicht durchgeführt und die RPR Privatstiftung sei weiterhin
Gesellschafterin der RPPK Immo GmbH. Somit erfolge bis auf Weiteres
auch kein Rücktritt von Pecik als Vorstandsmitglied der Immofinanz
AG.
Für ein Zustandekommen der Aktienübertragung hatte Pecik nämlich
Ende Jänner seinen Rückzug als CEO der Immofinanz angeboten. Dann
werde "Herr Ronny Pecik dem Aufsichtsrat seinen Rücktritt als
Mitglied des Vorstands der Immofinanz AG anbieten", hieß es damals
in einer Aussendung der Immofinanz. Zudem soll Pecik sich in einem
Schreiben an die Immofinanz-AR-Chefin Bettina Breiteneder
verpflichtet haben, "mit Wirkung der Anteilsübertragung" seinen
CEO-Posten niederzulegen sowie um einvernehmliche Auflösung seines
Dienstvertrages ersucht haben.
Am frühen Donnerstagabend meldete sich auch die Immofinanz selbst
zu Wort. Man sei von der RPR Privatstiftung informiert worden, dass
derzeit juristisch geprüft werde, ob die im
Geschäftsanteilskaufvertrag vereinbarten aufschiebenden Bedingungen
rechtzeitig bis zum Ablauf des 31. März 2021 erfüllt wurden oder
nicht. Dies sei derzeit juristisch unklar und es sei weiters unklar,
ob das Geschäft zustande komme oder nicht. "Ronny Pecik ist
unverändert Vorstandsvorsitzender der Immofinanz AG", betonte der
Immobilienkonzern.
(Schluss) sp/cri/gru
ISIN AT0000A21KS2
WEB http://www.immofinanz.com