Gewinn-Messe - Voest-Chef: Autoindustrie erholt sich
Eibensteiner: Ölindustrie wird sich auch in den nächsten
Monaten nicht erholen
Für voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner ist
die Autoindustrie nach dem Corona-Einbruch am Weg der Erholung, so
sehr, dass die voest den Hochofen in Linz wieder angeworfen hat. In
Europa gebe es eine ähnliche Entwicklung wie in den USA, auch dort
sei die Automobilindustrie stark zurückgekommen, so Eibensteiner am
Freitag auf der "Gewinn"-Messe. Er geht davon aus, dass die
Nachfrage nach Autos gut bleiben wird. Ende August sei er noch
vorsichtiger gewesen.Deutlich schneller von der Coronavirus-Pandamie erholt hat sich
China. Die Konjunktur habe sich V-förmig entwickelt und das Land sei
wieder auf Vor-Covid-Niveau und in vielen Bereichen darüber. Es
seien im Reich der Mitte große Anstrengungen unternommen worden, um
die Konjunktur zu beleben. "Unglaubliche Geldmengen" würden
verwendet, um neue Flughäfen und neue Straßen zu bauen. Auch in
China sei die Nachfrage nach Autos gut zurückgekommen, auch bei den
europäischen Premiumherstellern, denen die voestalpine zuliefert.
In China werde auch sehr viel in die Bahninfrastruktur
investiert, in den Städten auch in Straßenbahnen und U-Bahnen. In
den USA sei dagegen stark spürbar, dass mit dem Rückgang der
Fahrgäste die Investitionen zurückgenommen wurden, schilderte der
Stahlmanager. Wo sich für die voestalpine keine Erholung abzeichnet,
ist in der Erdölindustrie sowie in der Luftfahrt. "Öl und Gas ist
und bleibt schwierig, auch in den nächsten Monaten, ebenso die
Luftfahrt", sagte Eibensteiner. Im Ölsektor gebe es einen
anhaltenden Nachfragerückgang. Das Großprojekt Nord Stream 2 sei für
die voestalpine "schon lange abgeschlossen".
In Summe habe sich die Konjunktur weltweit verbessert. Es sei ein
"zartes Pflänzchen", das stetig wachse. Die steigenden Fallzahlen
führten zwar zu mehr Unsicherheit, aber: "Ich glaube, dass wir jetzt
klüger und intelligenter mit dem Virus umgehen können und die
wirtschaftliche Entwicklung weitergehen wird", sagte Eibensteiner.
Selbst Brasilien habe sich trotz hoher Infektionszahlen gut
geschlagen.
Auf die Aufnahme von neuen Lehrlingen hat die Krise übrigens
keine Auswirkungen. Der Linzer Konzern nahm heuer so viele Lehrlinge
auf wie sonst auch. "Wenn die rauskommen, werden wir das heurige
Jahr vergessen haben", so Eibensteiner.
(Schluss) pro/cri
ISIN AT0000937503
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