Weniger s-Immo-Halbjahresgewinn - Geringere Immo-Neubewertung
Coronakrise belastete Mieteinnahmen, Abwertungen bei Hotels
und Handel - Unternehmen hofft auf Covid-19-Medikamente Anfang
2021 und entsprechende Konjunkturbelebung
Bei der börsennotierten s Immo AG ist der
Halbjahresgewinn durch ein deutlich geringeres
Immo-Bewertungsergebnis gedrückt worden. Die Bewertungen fielen mit
10 (134) Mio. Euro zwar weiterhin positiv aus, waren aber viel
niedriger als ein Jahr davor.Während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) mit 36 (43) Mio. Euro kaum geringer war, sackte das
Betriebsergebnis (EBIT) auf 42 (173) Mio. Euro ab, und das
Periodenergebnis (Nettogewinn) ging von 148 auf 16 Mio. Euro zurück,
teilte die s Immo am Dienstag mit.
Die Gesamterlöse sanken durch die Corona-Pandemie um 13 Prozent
auf knapp 88 (101) Mio. Euro. Dafür verantwortlich waren laut s Immo
vor allem die Hotelbewirtschaftungserlöse, die wegen staatlich
verordneter Maßnahmen und wegen des starken Rückgangs im
Städtetourismus im zweiten Quartal einbrachen. Teils seien die
Ausfälle aber durch eine Aufwandsreduktion im Hotelbereich auf 11
(18) Mio. Euro kompensiert worden.
Die Mieterlöse stiegen gut vier Prozent auf fast 61 (58) Mio.
Euro. Jedoch erforderte Covid-19 deutlich erhöhte Wertberichtigungen
auf Forderungen, sodass sich der Aufwand für Wertberichtigungen bzw.
Abschreibungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf
3,5 (0,4) Mio. Euro verschlechterte. Dennoch habe sich das
Bruttoergebnis nur von 53 auf 46 Mio. Euro verringert, auch wegen
der breiten Portfolio-Diversifikation.
Bei den Immobilien-Neubewertungen wurde in Deutschland um knapp
33 Mio. Euro aufgewertet, dafür in CEE um mehr als 20 Mio. Euro
abgewertet; in Österreich gab es mit minus 2 Mio. Euro nur leichte
Korrekturen.
Nach Nutzungsarten musste im Bereich Hotel und Handel um fast 18
Mio. Euro abgewertet werden, im Büroportfolio gab es 12 Mio. Euro
Aufwertungen, bei Wohnen gab es über 19 Mio. Euro Aufwertung.
Das Immo-Portfolio der s Immo bestand Ende Juni aus 352 Objekten
(nach 331 Ende 2019) mit einem Buchwert von 2,40 (2,37) Mrd. Euro
und unverändert rund 1,2 Mio. m2 Gesamtnutzfläche. Die
Gesamt-Mietrendite wird mit 5,1 Prozent beziffert. Knapp 19 Prozent
der Buchwerte lagen zuletzt in Österreich, 50 Prozent in
Deutschland, über 31 Prozent im CEE-Raum. 42 Prozent des Portfolio
bestand zuletzt aus Bürogebäuden (nach Hauptnutzungsart), 19 Prozent
aus Geschäftsimmobilien, 30 Prozent aus Wohnobjekten, 9 Prozent aus
Hotels.
Prognosen seien im aktuellen Umfeld schwierig, heißt es im
Ausblick. Dennoch gehe man von positiven Konjunktureffekten durch
Impfstoffe bzw. Behandlungsmethoden aus, die im ersten Quartal 2021
vorliegen würden. Schon jetzt arbeite man daher daran, den
langjährigen Aufwärtstrend ab 2021 wieder fortzusetzen.
An der s Immo hält nach letzten Angaben vom Frühjahr unter
anderem 29 Prozent die ebenfalls börsennotierte Immofinanz sowie gut
14 Prozent der Investor Ronny Pecik und nunmehrige Immofinanz-CEO
mit Partnern.
(Schluss) sp/itz
ISIN AT0000652250
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