Durch Corona-Krise belastetes 1. Halbjahr schwach wie erwartet, Ausblick für 2020 bleibt herausfordernd
Lenzing präsentierte in dieser Woche Zahlen für das erste Halbjahr 2020, die wie erwartet von den negativen Auswirkungen der Coronakrise auf die Textilbranche geprägt waren. Die höhere Nachfrage nach Fasern für Medizin- und Hygienebedarf konnte diese negativen Effekte nur teilweise kompensieren. Die geringe Nachfrage sowie starker Preisdruck im Bereich Textilfasern führten zu einem deutlichen Rückgang der Umsätze von 25,6% auf EUR 810,2 Mio. Trotz effizienter Sparmaßnahmen (inklusive des temporär eingeführten Kurzarbeitsmodells in Österreich) ging das EBITDA im Jahresvergleich um 46,6% auf EUR 96,7 Mio. zurück. Das operative Ergebnis drehte im zweiten Quartal so wie das Nettoergebnis ins Negative. Somit verringerte sich das EBIT im ersten Halbjahr um 83,4% auf EUR 17,6 Mio., während das Nettoergebnis mit gerade einmal EUR 1,5 Mio. um 98% unter dem Vergleichswert des Vorjahres zu liegen kam.
Ausblick
Die nach wie vor verringerte Visibilität lässt keinen präzisen Ausblick für das restliche Jahr zu. Dennoch erwartet das Management laut der frisch veröffentlichten Guidance, dass sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis der verbleibenden Quartale 2020 über dem Niveau des 2. Quartals liegen sollten. Positiv zu erwähnen ist der Fortschritt der strategischen Projekte in den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten für Spezialfasern in Thailand sowie der Bau des Faserzellstoffwerks in Brasilien. Wir glauben, dass die langfristig positive Investmentstory – basierend auf den Fokus auf Spezial-fasern unterstützt von einer effektiven Nachhaltigkeitsstrategie – intakt ist. Dennoch rechnen wir nur mit einer langsamen Erholung des Marktumfelds und damit verbunden auch der Ergebnisse des Unternehmens sowie des Aktienkurses. Wir bestätigen unsere Halten Empfehlung.