Austro-französische Valneva vor Corona-Impfstoff-Studie - Aktie +14%
Aktie mit Zweitnotiz an Wiener Börse - Wiener Intercell ist
2013 in Valneva aufgegangen, weiterhin großer
Forschungsstandort in Wien
Das französische
Biotechunternehmen Valneva mit großem Forschungsstandort in Wien
will im November oder Dezember mit den klinischen Studien seines
potenziellen Corona-Impfstoffes starten. Der Zeitplan sei zwar
langsamer als bei einigen anderen, aber der traditionelle Ansatz des
Unternehmens könne sich als effektiver erweisen als neuere
Strategien wie die von BioNTech und Pfizer, sagte Valneva-Chef
Thomas Lingelbach am Montag Reuters.Großbritannien stehe an der Spitze der Warteschlange für Dosen
seines potenziellen Impfstoffs, so Lingelbach. Das britische
Wirtschaftsministerium hatte zuvor mitgeteilt, sich bei Valneva
sowie der deutschen Firma BioNTech und deren US-Partner Pfizer
vertraglich insgesamt 90 Millionen Dosen von zwei potenziellen
Covid-19-Impfstoffen gesichert zu haben. "Meine persönliche
Arbeitshypothese ist, dass die ersten 60 Millionen Dosen nach
Großbritannien gehen", sagte Lingelbach, obwohl Details noch
verhandelt werden müssen. Er betonte zudem, auch mit der EU in
Gesprächen über die Versorgung mit einem möglichen Corona-Impfstoff
zu sein. Valeva als Unternehmen gibt es seit 2013: Damals
fusionierte die Wiener Biotech-Firma Intercell mit der französischen
Vivalis, der Firmensitz wurde Lyon.
Die Aktie von Valneva kletterte an der Wiener Börse am Montag um
bis zu 14 Prozent auf 5 Euro nach oben. Das Papier ist zweitgelistet
in Wien und hauptgelistet an der Euronext-Börse. BioNTech und der
deutsche Mitbewerber CureVac, der diesen Monat seine klinische
Studie startete, haben sich auf Impfstoffe auf Basis der so
genannten Boten-RNA (mRNA) spezialisiert. Sie soll den menschlichen
Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur
Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln. Valneva arbeitet
dagegen mit inaktiven Coronaviren.
Weltweit forscht die Pharmaindustrie fieberhaft an Impfstoffen
und Medikamenten gegen das Coronavirus. BioNTech hatte im April als
erstes Unternehmen in Deutschland die Genehmigung für eine klinische
Studie mit einem möglichen Covid-19-Impfstoff erhalten. Experten
zufolge ist ein Impfstoff erforderlich, um die Pandemie zu
bekämpfen, die Millionen von Menschen auf der ganzen Welt infiziert
und bislang mehr als 600.000 Tote gefordert hat.
(Schluss) cri/vb
ISIN FR0004056851
WEB http://www.valneva.com