RBI lobbyiert in Brüssel gegen Polens Abgabe auf Fremdwährungskredite
Gemeinsam mit fünf weiteren Banken
Die RBI lobbyiert gemeinsam mit fünf
weiteren Banken in Brüssel gegen eine geplante Regelung in Polen,
die Banken eine Abgabe auf Fremdwährungskredite vorschreiben soll.
In einem Schreiben an die EU-Kommission machen die Chefs der sechs
Banken geltend, der polnische Gesetzesentwurf verstoße gegen
EU-Recht für Eigentumsrechte, Staatsbeihilfen und den freien
Warenverkehr, schreibt Bloomberg.Johannes Bahrke, Sprecher der EU-Kommission, bestätige den Erhalt
des Briefes, wolle ihn aber nicht kommentieren, schreibt die
Finanznachrichtenagentur Bloomberg, der nach eigenen Angaben eine
Kopie des Schreibens vorliegt.
Über eine halbe Million Polen halten zusammen
Fremdwährungskredite im Gegenwert von 30 Mrd. Euro. Mit der
Abwertung des Zloty fällt ihnen die Bedienung der Kredite schwer.
Das Parlament in Polen beschäftigt sich mit einem
Gesetzesentwurf, wonach Banken bis zu 0,5 Prozent des Gegenwerts
ihrer Fremdwährungskredite pro Quartal in einen Fonds einzahlen
müssen, über den der Umtausch dieser Kredite in Zloty unterstützt
wird. Das könnte die Banken bis zu 3,2 Mrd. Zloty (740 Mio. Euro)
pro Jahr kosten, schreibt Bloomberg. Am Mittwoch werde der Entwurf
im Finanzausschuss des polnischen Parlaments besprochen.
Neben der RBI sind an der Initiative die Deutsche Bank,
Commerzbank, Banco Santander, Banco Comercial Portugues und GE
Capital beteiligt. Besonders hart getroffen werden könnten neben der
RBI die Deutsche Bank und GE, die ihre polnischen Banken verkauft
haben, dabei aber die Schweizer-Franken-Kredite behalten mussten.
Die Abgabe könnte Raiffeisen bis zu 60 Mio. Euro pro Jahr kosten,
schreibt Bloomberg. Das wären fast fünf Prozent der Nettoeinnahmen
der Bank im Vorjahr.
(Schluss) tsk/sp
ISIN AT0000606306
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