RZB steigt großteils aus UNIQA-Versicherung aus
UNIQA-Stiftung greift 17,6-Prozent-Paket auf - Bank schaufelt
mit Teilausstieg aus UNIQA Kapital frei - Vertriebsvertrag
Raiffeisen/UNIQA kürzlich bis 2022 verlängert
Banken- und Versicherungsbeteiligungen sind in
Bewegung. Am Montag fiel im Aufsichtsrat der Raiffeisen Zentralbank
(RZB) der Grundsatzbeschluss, sich von 17,64 Prozent der Aktien an
der börsennotierten Wiener UNIQA Insurance Group zu trennen.
Aufgreifen wird das Paket die UNIQA Privatstiftung.Bisher hält die RZB 26,28 Prozent an der UNIQA, in Summe sind ihr
über diverse Beteiligungsstränge 31,40 Prozent zuzurechnen.
Künftig ist die Bank nur mehr mit 8,64 Prozent an der
Versicherung beteiligt. Die Raiffeisen Zentralbank schaufelt mit dem
Teilausstieg Kapital frei. Seit heute liegt auch ein grundsätzlicher
Aufsichtsratsbeschluss für dieses Vorhaben vor. Der Deal zwischen
den beiden UNIQA-Kernaktionären soll noch 2016 abgeschlossen werden.
Mit dem Fusionsplan zwischen RZB und Raiffeisen Bank
International (RBI) habe dies nichts zu tun, sagte eine
RZB-Sprecherin am Abend zur APA. Die Strukturen zu straffen und zu
vereinfachen sei schon lange Ziel der Gruppe. Und es wird auf die
strengeren regulatorischen Kapitalvorgaben verwiesen.
Um welchen Preis die Versicherungsaktien innerhalb des
Kernaktionärssyndikats die Besitzer wechseln, wurde nicht gesagt.
Die RZB hat am Montag aber ein paar Effekte auf die eigene Bilanz
herausgerechnet. Auf die Kapitalquoten wirkt der Teilverkauf
stärkend. Dividendenflüsse von der UNIQA zur RZB werden aber
deutlich weniger.
Die Kernkapitalquote der RZB wird damit um 0,60 bzw. 0,40
Prozentpunkte höher als jetzt. In der Erfolgsrechnung
(IFRS-Konzernbilanz) 2016 der RZB ist indes mit einem negativen
Effekt in Höhe von rund 130 Mio. Euro zu rechnen, teilte die Bank
heute mit.
Auf ihre UNIQA-Beteiligung hatte die RZB etwa für das Jahr 2015
eine Dividende von 40,7 Mio. Euro erhalten, im Jahr davor waren es
34 Mio. Euro gewesen.
An der Vertriebskooperation von Bank und Versicherung im In- und
Ausland werde sich nichts ändern, sagte RZB-Chef Walter
Rothensteiner in einer Aussendung. Der Vertrag zwischen Versicherung
und Raiffeisen Österreich wurde erst kürzlich bis 2022 verlängert.
Und die UNIQA bleibe auch nach dem Teilverkauf ein wichtiger Teil
des Bankkonzerns.
Der Deal braucht auch noch die Zustimmung von Behörden und die
Billigung der Übernahmekommission.
Konkret geht es, wie die UNIQA am Abend schrieb, um jene
54.494.195 Aktien der UNIQA Group, die die RZB aktuell indirekt
(durchgerechnet) über die BL Syndikat Beteiligungs Gesellschaft
m.b.H. ("BL GmbH") hält.
Danach würde der der UNIQA-Stiftung zurechenbare
Stimmrechtsanteil von 30,58 Prozent (durchgerechneter Anteil
aufgrund einer 3,46 Prozent Beteiligung an BL GmbH: 31,36 Prozent)
auf 49 Prozent steigen. Die UNIQA Privatstiftung und die
Collegialität Versicherungsverein Privatstiftung werden dann künftig
gemeinsam direkt und indirekt rund 51,39 Prozent halten.
Der der RZB zurechenbare Stimmrechtsanteil an der UNIQA sinkt
dann von 31,40 Prozent (durchgerechneter Anteil aufgrund 77,48
Prozent Beteiligung an BL GmbH: 26,28 Prozent) auf 8,64 Prozent ab.
Die RZB soll weiterhin im Kernaktionärssyndikat bleiben, hieß es
weiters. An den Kontrollverhältnissen soll sich nichts ändern.
Zu den finanziellen Modalitäten wurden am Montagabend keine
Angaben gemacht. Geld hat die UNIQA Privatstiftung erst kürzlich
wieder hereinbekommen, als sie im Juni ein 4-prozentiges Aktienpaket
von Erste-Group-Titeln im Wert von 391 Mio. Euro verkauft hat.
(Schluss) rf/hac
ISIN AT0000606306 AT0000821103
WEB http://www.rzb.at
http://www.rbinternational.com/
http://www.uniqagroup.com