VIG verdiente im 1. Quartal weniger - Jahresziel aber bekräftigt
Niedrigzinsen werden Finanzergebnis auch im Gesamtjahr
belasten - Mehr Kapitalanlagen, aber auch höhere Combined
Ratio - Leichtes Einnahmen-Minus bis März, ohne Einmalerläge
aber Zuwachs
Der VIG-Versicherungskonzern hat im ersten Quartal
wie von Analysten erwartet mehr als ein Fünftel seiner Ergebnisse
eingebüßt. Am Gesamtjahresplan, das EGT von 172 Mio. Euro im Jahr
2015 heuer auf bis zu 400 Mio. Euro zu verdoppeln, hält man aber
fest, erklärte VIG-Chefin Elisabeth Stadler am Dienstag. Bis März
nahm man etwas weniger Prämien ein, ohne Einmalerläge gab es aber
ein leichtes Plus.Die verrechneten Prämien sanken um 1,8 Prozent auf 2,71 Mrd.
Euro, ohne bewusst zurückgenommene Einmalerläge habe es einen
erfreulichen Zuwachs von 3,2 Prozent gegeben. Im Segment Österreich
legten die Einnahmen um 0,5 Prozent auf 1,35 Mrd. Euro zu. Im
zweitgrößten Markt Tschechien sanken sie um 11,1 Prozent auf 406,8
Mio. Euro, in Polen gaben sie um 13,1 Prozent auf 207,0 Mio. Euro
nach und in der Slowakei um 11,1 Prozent auf 190,8 Mio. Euro - in
diesen drei Ländern wirkte sich der Einmalerlagsrückgang aus. Dafür
stiegen die Einnahmen in Rumänien um 41,8 Prozent auf 142,3 Mio.
Euro, hauptsächlich getrieben durch ein starkes Neugeschäft in der
Auto-Haftpflichtversicherung.
Im Jahresabstand sank der Gewinn vor Steuern (EGT) um 22,5
Prozent auf 101,5 Mio. Euro, und das Konzernergebnis gab um 21,5
Prozent auf 77,6 Mio. Euro nach - beides im Rahmen der
Analystenprognosen. Die VIG-Aktie gab am Dienstag in der ersten
halben Börse-Handelsstunde um 1,43 Prozent auf 19,30 Euro nach, der
ATX war unbewegt (+0,06 Prozent).
Regional das höchste EGT gab es bis März in Tschechien mit 42,9
nach 45,8 Mio. Euro, gefolgt vom Segment Österreich mit 33,8 nach
39,6 Mio. Euro. Der EGT-Verlust von 3,5 Mio. Euro im Baltikum
stammte aus Anlaufverlusten der Compensa Nichtleben nach Übertragung
des baltischen Nichtlebens-Geschäfts aus einer polnischen
Konzerngesellschaft, so die VIG.
Das Finanzergebnis wurde vom Niedrigzinsumfeld belastet, es
verringerte sich um 13,7 Prozent auf 236,0 Mio. Euro. Der Rückgang
um fast ein Siebentel war laut Vienna Insurance Group (VIG) vor
allem auf niedrigere realisierte Gewinne aus dem Abgang von
Kapitalanlagen bei Anleihen und Ausleihungen sowie bei
Investmentfonds zurückzuführen.
"Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres gehen wir davon
aus, dass das Niedrigzinsniveau weiterhin einen negativen Effekt auf
unser Ergebnis haben wird", so Stadler in ihrer
Quartalsbericht-Stellungnahme an die Aktionäre: "Wir sind dennoch
zuversichtlich, die Auswirkungen des gesunkenen Finanzergebnisses
durch eine weitere Verbesserung des versicherungstechnischen
Ergebnisses mildern zu können."
Die Kapitalanlagen des Konzerns betrugen Ende März 32,7 Mrd. Euro
(+2,6 Prozent). Die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an
den Einnahmen - verschlechterte sich nach Rückversicherung (ohne
Berücksichtigung von Veranlagungserträgen) auf netto 97,8 (96,3)
Prozent. Am besten war die Combined Ratio im Segment "Übrige Märkte"
mit 78,0 Prozent, gefolgt von Tschechien mit 88,7 Prozent. Am
höchsten war sie im kleinen Markt Baltikum (Estland, Lettland,
Litauen) mit 131,6 Prozent, für Österreich werden 99,5 (98,1)
Prozent genannt. In Polen führte das weiter schwierige
Kfz-Marktumfeld zu 99,2 (98,1) Prozent Combined Ratio, so die VIG.
Im 1. Quartal beschäftigte die VIG 22.926 Mitarbeiter, um 69
weniger als im Gesamtjahr 2015. Bedingt ist der Rückgang vor allem
durch die im Oktober durchgeführte Fusion der beiden Sachversicherer
Compensa und Benefia in Polen sowie das Optimierungsprogramm in
Rumänien, heißt es im Quartalsbericht. Im Segment Österreich zählte
man zuletzt 5.149 Mitarbeiter (davon 2.783 im Außendienst), in
Tschechien 4.756 (davon 2.947 im Außendienst).
(Schluss) sp/cs
ISIN AT0000908504
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