Vienna Insurance Group - VIG-Chefin Stadler: Niedrigzinsen lasten auf Lebensversicherung 1

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VIG-Chefin Stadler: Niedrigzinsen lasten auf Lebensversicherung 1


Pensionsvorsorge ohne Garantien schwer vorstellbar - Von Politik klares Bekenntnis zu zweiter und dritter Vorsorge-Säule gewünscht - BILD



Der Vienna Insurance Group (VIG) machen die niedrigen Zinsen - so wie der gesamten Branche - zu schaffen. Die Kunden spüren dies vor allem bei der Verzinsung in der Lebensversicherung. Die neue Chefin Elisabeth Stadler will den Herausforderungen mit Kostensenkungen entgegentreten. Ein Sparprogramm wird es nicht geben. Eigenvorsorge ohne Garantien ist für sie schwer vorstellbar.
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Unter den niedrigen Zinsen leidet die gesamte Versicherungsbranche, auch die VIG, sagt die seit Jahresbeginn amtierende Konzern-Chefin im APA-Interview. Dabei habe die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Ziel, die europäische Wirtschaft zu beflügeln, nicht erreicht. Sparer und Vorsorgewillige seien dagegen mit Verlusten konfrontiert. Eigenvorsorge sei in ganz Europa ein Thema, es stelle sich die Frage, wie dies mit der Geldpolitik in Einklang zu bringen sei.

Niedrige Zinsen seien aber mittlerweile das tägliche Brot der Assekuranz geworden. Man habe Maßnahmen gesetzt und versuche, die Auswirkungen von den Kunden fernzuhalten und den Niedrigzinsen auch mit neuen Produkten zu begegnen. Die Kunden würden die Niedrigzinsphase vor allem bei der Gewinnbeteiligung in der Lebensversicherung spüren. In der Schaden- und Unfallversicherung hätten die Versicherungen ebenfalls Reserven aufgebaut, die auch zu veranlagen seien. Die Kunden müssten sich darauf einstellen, dass es nicht mehr so hohe Renditen gebe. Die Versicherungen müssten sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren - die Absicherung biometrischer Risiken.

In der Lebensversicherung beispielsweise gehe der Trend weg vom Garantiezins und stärker hin zu Fondsgebundenen Lebensversicherungen. Er werde aber weiterhin einen hohen Anteil mit Garantien geben. Eine Pensionsvorsorge ohne Garantie kann sich Stadler nur schwer vorstellen. Eine gute Kombination sind ihrer Ansicht nach ein sicherer Teil und ein volatiler Teil. Einen Garantiezins hält sie für sinnvoll. Der Garantiezins, den die Versicherungen ihren Kunden höchstens versprechen dürfen, liegt in Österreich aktuell bei 1 Prozent, dazu kommt noch die Gewinnbeteiligung. In Deutschland sind es noch 1,25 Prozent. In Österreich sei man immer schon vorsichtiger gewesen.

Die Einmalerläge in der Lebensversicherung habe die VIG bewusst zurückgenommen. Es würden aber nach wie vor Einmalerläge akzeptiert, von großen institutionellen Anlegern aber nur zu entsprechenden Konditionen. Bei den Verträgen gegen laufende Prämie sei die VIG im Vorjahr dagegen gewachsen. Diese Tendenz setze sich auch heuer fort.

Von der Politik in Österreich wünscht sich Stadler ein klares Bekenntnis zur zweiten (betrieblichen) und dritten (privaten) Säule der Altersvorsorge. Es wäre daher sinnvoll, die zweite und dritte Säule mit steuerlichen Förderungen zu stützen, damit würde man auch dem staatlichen Pensionssystem helfen.

Die private und betriebliche Pensionsvorsorge ist für Stadler nicht nur in Österreich ein Thema. Auch in Mittel- und Osteuropa gebe es angesichts der demografischen Entwicklung Bedarf nach einer zusätzlichen Absicherung.

Eine ganz wichtige Sparte sei die Krankenversicherung, die die VIG in CEE im Zuge ihrer Wachstumsstrategie verstärkt anbieten will. Zahlungen im Krankheitsfall gebe es in einigen Ländern in Rahmen von Unfallversicherungen, es gebe aber Bedarf nach einer echten Krankenversicherung, wie sie mancherorts oft noch nicht üblich sei, inklusive beispielsweise Assistance-Leistungen und Service. Auch in Österreich sieht die VIG-Chefin noch Potenzial für die private Krankenversicherung. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit hätten sich in den letzten zehn Jahren nicht nur in Österreich, sondern in allen Ländern, in denen die VIG vertreten ist, verdoppelt. Aktuell hat die Krankenversicherung in der VIG nur einen Anteil von 5 Prozent am Gesamtgeschäft, die Lebensversicherung von rund 45 Prozent und die Schaden/Unfallversicherung von 50 Prozent.

(Forts.) itz/sp/cs

ISIN AT0000908504 WEB http://www.vig.com

 ISIN  AT0000613005
 WEB   http://www.c-quadrat.at



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