Telekom Austria - Telekom-Prozess - Angeklagte wollen Angriff auf Aktie abgewehrt haben

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Telekom-Prozess - Angeklagte wollen Angriff auf Aktie abgewehrt haben


Verteidiger: Broker kämpfte als "David" gegen "Goliath" Deutsche Bank - Prokurist bekennt sich teilschuldig - Geldübergabe im Sackerl am Naschmarkt - BILD



Im neu aufgerollten Prozess um eine Kursmanipulation der Aktie der Telekom Austria im Jahr 2004 haben heute zu Prozessstart im Wiener Straflandesgericht die Verteidiger betont, dass durch die Anhebung des Aktienkurses lediglich ein feindlicher Angriff auf die Telekom-Aktie "korrigiert" worden wäre.
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Dass durch die Korrektur nach oben knapp 100 Manager der Telekom ein Bonusprogramm von fast zehn Millionen Euro erhielten, sei im Sinne der Mitarbeitermotivation gewollt gewesen. Ohne den Kurssprung in allerletzter Minute wären sie um die Boni umgefallen.

Der Telekom sei jedenfalls kein Schaden entstanden, die Boni seien rückgezahlt worden, wodurch auch die Telekom - im Gegensatz zum ersten Prozess - nicht mehr als Privatbeteiligter an der Anklage beteiligt sei, betonten die Verteidiger.

Lediglich der Drittangeklagte, der Ex-Telekom-Prokurist Josef Trimmel, bekannte sich heute teilschuldig, alle anderen ließen durch ihre Anwälte die Anschuldigungen zurückweisen.

Im ersten Verfahren, dessen Urteil vom Obersten Gerichtshof (OGH) aufgehoben wurde, erhielten die Beschuldigten langjährige Haftstrafen. Der OGH will nun noch einmal durch ein Neuaufrollen des Verfahrens prüfen, ob nicht Betrug statt der ursprünglich verurteilten Untreue vorliegt. Oder überhaupt Freisprüche gerechtfertigt wären.

Erstangeklagter ist der Ex-Telekom-Festnetzvorstand Rudolf Fischer, Zweitangeklagter der Ex-Finanzchef Stefano Colombo, Trimmel ist Drittangeklagter und als Viertangeklagter sitzt der Broker Johann Wanovits vor Richter Wolfgang Etl. Er soll den Kurs in allerletzter Minute vor Verstreichen der entscheidenden Boniregelung nach oben getrieben haben und dafür am Wiener Naschmarkt von Telekom-Managern mehrere hunderttausend Euro im Papiersackerl entgegengenommen haben. Die Überreicher soll er damals aufgefordert haben, auch mal zuzugreifen - wodurch diese "mitgegangen, mitgefangen" waren.

Wanovits, der nach eigenen Angaben von 600 Euro im Monat lebt und 700.000 Euro Schulden hat, sich aber eine renommierte PR-Agentur für den Prozess leistet, bestätigte im ersten Prozess die Übergabe im Sackerl, bestreitet aber strafrechtliche Verwicklungen. Laut Verteidiger habe er als "David" den "Goliath" Deutsche Bank angegriffen, als über die Deutschen der Kurs der Telekom angegriffen worden sei. Weder die Finanzmarktaufsicht noch die Staatsanwaltschaft seien aber jemals dieser Causa nachgegangen, bedauert die Rechtsvertretung.

(Schluss Auftakt/Ausführlicher Bericht folgt) stf/gru

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