RBI-Chef kritisiert Belastungen für Banken
Raiffeisen Bank International erwartet heuer höhere
Bankenabgaben
Der Chef der Raiffeisen Bank International, Karl
Sevelda, kritisiert die Belastungen für die Banken. In Europa sei
die Belastungspolitik gegenüber den Banken in den letzten Jahren
weitergegangen - einerseits explodierten die regulatorischen Kosten,
andererseits gebe es immer höhere Kapitalquoten, so Sevelda am
Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz.Die Regierungen belasteten die Banken mit Bankenabgaben,
übertriebenem Konsumentenschutz, Zwangskonvertierungen zu
historischen Wechselkursen und diese von den Banken verlangte
Quadratur des Kreises müsse insbesondere im Niedrigzinsumfeld zu
einer Schwächung der gesamten Branche führen. Er glaube nicht, dass
dies im Interesse der Regierungen in Europa sei und appelliere
daher, eine Änderung dieser Politik gegenüber den Banken
einzuleiten.
Zu Bankensteuerverhandlungen in Österreich meinte Sevelda, er
höre von den Interessenvertretungen, dass es diese Verhandlungen
gibt und würde sagen, "die Hoffnung stirbt zuletzt". Ende 2017 laufe
der eine Teil aus, er hoffe sehr, dass es zu keiner Verlängerung
komme. Sevelda verwies auf Ungarn, wo die Bankensteuer halbiert
worden sei und noch einmal halbiert werde.
Die RBI hat im Vorjahr 119 Mio. Euro an Bankensteuern abgeführt,
nach 177 Mio. Euro 2014. Davon entfielen im Vorjahr 84 (90) Mio.
Euro auf Österreich und 17 Mio. Euro auf Ungarn, wobei man in Ungarn
aus einem anderen Titel ein Verfahren gegen den Fiskus gewonnen und
21 Mio. Euro zurückerstattet bekommen habe. Für heuer rechnet die
RBI mit einer Bankenabgabe von circa 166 Mio. Euro, davon rund 87
Mio. Euro in Österreich, rund 40 Mio. Euro in Polen und rund 20 Mio.
Euro in Ungarn. Für den Abwicklungsfonds rechnet man heuer in Summe
mit rund 49 Mio. Euro.
(Schluss) itz/ivn
ISIN AT0000606306
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