VIG bremst auch 2016 bei Einmalerlägen: Wachstum bei laufender Prämie
Biometrische Faktoren sollen stärker in den Fokus -
Ergebniszahlen erst Anfang April
Wegen der Niedrigzinsen für Veranlagungen bremst die
Vienna Insurance Group (VIG) auch 2016 bei den Einmalerlägen in der
Lebensversicherung. 2015 betraf dies primär Österreich, Tschechien
und Polen - in Tschechien seien die Zinsen voriges Jahr teils sogar
niedriger als in Österreich gewesen, sagte VIG-Vorstand Martin
Simhandl am Dienstag zur APA. Auf Expansionskurs ist der Konzern im
Osten.Forcieren will die VIG laut Simhandl auch heuer die laufenden
Prämien in Leben. Zudem sollen in dieser Sparte insbesondere
biometrische Faktoren stärker in den Fokus rücken, etwa was die
Absicherung des Ablebensrisikos betrifft, das
Berufsunfähigkeitsrisiko, aber auch das Langlebigkeitsrisiko. In
ganz Europa gebe es angesichts der Entwicklung der staatlichen
Pensionssysteme massiven Bedarf an Privatvorsorge.
Beim Abschluss von Polizzen in Leben gegen laufende Prämie
"wollen wir weiter eine sehr gute Entwicklung", so der
VIG-Vorstandsdirektor. Zur Gesamtverzinsung im neuen Jahr wollte er
sich vor dem Mitbewerb noch nicht outen, zuletzt seien es insgesamt
teils noch bis zu 3,25 Prozent gewesen. Gegen laufende Prämie
verzeichnete der VIG-Konzern voriges Jahr einen Anstieg der
Einnahmen um 2,3 Prozent. Jedoch sanken die Einmalerläge durch
gezielte Zurückhaltung um 16,3 Prozent, sodass in der Sparte Leben
nach vorläufigen Angaben in Summe ein Rückgang von 5,8 Prozent auf
4,02 Mrd. Euro verzeichnet wurde.
In Schaden/Unfall stiegen die verrechneten Prämien vorläufig und
unkonsolidiert um 2,0 Prozent auf 4,82 Mrd. Euro, in der privaten
Krankenversicherung legten sie um 2,9 Prozent auf 398 Mio. Euro zu.
Die Auto-Versicherung stehe in vielen Ländern unter starkem
Wettbewerbsdruck, so die VIG. Daher habe man gezielt auf andere
Sach-Sparten gesetzt und durch differenzierte Marktbearbeitung 3,2
Prozent Plus erzielt. Polens Auto-Versicherung sei weiter von sehr
starkem Preiswettbewerb geprägt, der noch nicht aufgehört habe; die
Situation sei noch nicht positiv, es sei noch unklar, wie sich der
Marktführer PZU verhalte.
Die Sicht der VIG auf Tschechien - den zweitgrößten Markt nach
Österreich - sei grundsätzlich positiv, so Simhandl. Die Slowakei
habe sich 2015 durchaus stabil entwickelt, positiv vor allem in
Schaden/Unfall. In den "Übrigen Märkten" sehe die VIG eine sehr
dynamische Prämienentwicklung, in einigen Ländern deutlich
zweistellig, "da rechnen wir auch künftig mit einer positiven
Entwicklung". Auch wenn die Lokalwährung gegenüber dem Euro
schwächer geworden sei, sehe man in der Ukraine die Wachstumsdynamik
grundsätzlich ungebrochen, "wir sehen keinen Grund, warum das nicht
auch in Zukunft der Fall sein sollte".
In Tschechien sanken die Prämien um 5,0 Prozent auf 1,78 Mrd.
Euro. In Leben betrug das Minus 16,5 Prozent auf 717 Mio. Euro, in
Schaden/Unfall stiegen die Einnahmen um 4,8 Prozent auf 1,06 Mrd.
Euro. In Polen schrumpften sie um 22,5 Prozent auf 844 Mio. Euro,
dabei in Leben um 31,6 Prozent auf 364 Mio. Euro und in
Schaden/Unfall um 13,9 Prozent auf 480 Mio. Euro. In der Slowakei
nahm man mit 724 Mio. Euro um 1,5 Prozent weniger ein, dabei gingen
die Prämien in Leben um 4,1 Prozent auf 380 Mio. Euro zurück und
stiegen in Schaden/Unfall um 1,5 Prozent auf 344 Mio. Euro. In
Rumänien waren es plus 25,4 Prozent auf 446 Mio., in Leben 51,8
Prozent auf 83 Mio. und in Schaden/Unfall 20,6 Prozent auf 363 Mio.
De "Übrigen Märkte" - mit 18 Ländern - performten erneut gut - in
Leben betrug das Prämienplus 13,6 Prozent. Besonders kräftig war
dabei die Expansion in Serbien (+22,8 Prozent), Bulgarien (+22,5
Prozent) und den Baltischen Staaten (+15,0 Prozent). In der Ukraine
legten die Einnahmen in Leben in lokaler Währung um 54,0 Prozent zu.
Insgesamt ist die VIG mit rund 25 Gesellschaften in 25 Ländern
vertreten.
In der Region Österreich, zu der auch die
donau-Zweigniederlassung in Italien zählt, sanken die verrechneten
Prämieneinnahmen 2015 um 0,5 Prozent auf 4,05 Mrd. Euro. Dabei
gingen sie in der Sparte Leben um 1,4 Prozent auf 1,84 Mrd. Euro
zurück, in Schaden/Unfall um 0,4 Prozent auf 1,83 Mrd. Euro. In der
Krankensparte wuchsen sie dagegen um 3,5 Prozent auf 381 Mio. Euro.
Ergebniszahlen für 2015 wird die VIG aus jetziger Sicht erst am
7. April vorlegen. Diese Zahlen seien dann aber bereits testiert,
durch den Aufsichtsrat gegangen und damit endgültig, so Simhandl zur
APA.
In den ersten neun Monaten lag das operative Ergebnis des
VIG-Konzerns mit 370,3 Mio. Euro um 15,9 Prozent tiefer als im
gleichen Vorjahreszeitraum. Der Gewinn vor Steuern sank von 440,5
auf 175,3 Mio. Euro, Grund war eine Wertberichtigung von IT-Systemen
in Höhe von 195,0 Mio. Euro. Konkret wurde bei den immateriellen
Vermögenswerten die "Erworbene Software" von 617 auf 423 Mio. Euro
abgewertet.
(Schluss) sp/tsk
ISIN AT0000908504
WEB http://www.vig.com