Gewinn-Messe - Andritz-Chef Leitner: VW-Skandal betrifft uns kaum
Anteil am Andritz-Umsatz im niedrigen einstelligen
Prozentbereich - Schuler-Performance bisher über Erwartungen -
China bleibt große Unbekannte
Der VW-Skandal wird sich auf die Geschäfte des
steirischen Anlagenbauers Andritz weniger stark auswirken als von
manchen befürchtet werde, sagte Andritz-Chef und Großaktionär
Wolfgang Leitner am Freitag bei der Gewinn-Messe in Wien."Wenn man den Umsatz von Volkswagen umrechnet auf unseren
Gesamtumsatz, dann bleibt ein sehr niedriger einstelliger
Prozentsatz übrig, den wir in den besten Jahren mit Volkswagen
gemacht haben", sagte Leitner. Die Andritz-Aktie leide derzeit unter
den äußeren Umständen. "Ich glaube, was negativ an der Andritz
gesehen wird oder als Risiko gesehen wird, ist die Kombination aus
China und Automotive." Dabei mache China durchschnittlich nur 10 bis
15 Prozent des Andritz-Umsatzes aus. Der Bereich Automotive sei zwar
für die deutsche Andritz-Tochter Schuler sehr groß, gemessen am
Gesamtumsatz der Andritz aber auch wenig.
Schuler, die bisher größte Andritz-Übernahme, habe sich
entwickelt wie erwartet und liege "von der Performance her über den
Erwartungen". Der Umsatz werde jetzt zwar wegen des Rückgangs im
Automotive-Bereich zurückgehen, "aber Schuler wird ein guter Kauf
bleiben". Zuletzt war der deutsche Pressenhersteller Schuler Ende
August mit der Nachricht in die Schlagzeilen gekommen, dass drei
Fabriken in Deutschland geschlossen und 450 Mitarbeiter abgebaut
werden.
Von den Hoffnungsmärkten in den BRIC-Ländern sei heute eigentlich
nur noch "ein kleines C" übrig geblieben, sagte Leitner. Zwar sehe
man etwa Russland "nicht so negativ, wie es viele sehen". Aber es
gebe dort "viele Projekte, die sehr weit entwickelt werden und nie
in Kraft treten". In Brasilien hätten die großen Baufirmen wegen
Petrobras Probleme. Deshalb sei der Großkraftwerksbau stark
verzögert, "dort wird sicher in den nächsten ein, zwei Jahren nichts
passieren". Eine große Unbekannte sei China: "China kann die nächste
globale Finanzkrise verursachen oder China kann in drei Monaten
wieder zurück beim normalen Status sein und wieder wie geschmiert
laufen. Geschmiert ist der falsche Ausdruck - gut laufen, sagen wir
so."
(Schluss) ivn/stf
ISIN AT0000730007
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