Telekom Austria - Hebenstreit kritisiert "Gezerre" um Kapitalerhöhung
Gewerkschafter: Republik verliert offenbar weiter Einfluss bei
Telekom - Privatisierung von systemrelevanter Infrastruktur
war und ist historischer Fehler
Roman Hebenstreit, Vorsitzender des Fachbereichs
Eisenbahn in der Gewerkschaft vida, übt heftige Kritik an den
Entwicklungen um die Telekom Austria. "Durch das Gezerre um die
Kapitalerhöhung werde die Republik Österreich offenbar weiter an
Einfluss in der Telekom Austria verlieren", so der Gewerkschafter am
Freitag in einer Presseaussendung."Die Telekom Austria ist ein abschreckendes Beispiel dafür, was
passieren kann, wenn systemrelevante Infrastruktur privatisiert
wird", kritisiert Hebenstreit. Dem mexikanischen Mehrheitsaktionär
gehe es nur um den Ertrag seines Aktienkapitals, "ob Regionen wie
das Waldviertel oder das Südburgenland mit Breitband-Internet
versorgt werden", interessiere ihm herzlich wenig. Hier werde der
Versorgungsauftrag von ehemals öffentlichen Unternehmen "auf dem
Altar privater Aktionärsinteressen" geopfert, so Hebenstreit.
Es zeige sich wieder einmal, dass die Privatisierung von
öffentlichen Unternehmen der Daseins-Vorsorge - und dazu zähle auch
die Kommunikationsbranche - ein "historischer Fehler gewesen sei.
Hebenstreit spricht von einer "Enteignung" der österreichischen
Steuerzahler.
Gefordert sei hier nun die Regierung. Diese müsse mit allen
Mitteln gewährleisten, dass einerseits die Beschäftigung gesichert
sei und andererseits der Netzausbau weiter vorangetrieben werde.
(Schluss) ggr/cri
ISIN AT0000720008
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