Verbund-Chef hofft weiter auf höhere Strompreise Ende des Jahrzehnts
Anzengruber: "Birgt erhebliches Gewinnsteigerungspotenzial für
uns" - Weiterer "Hebel" auch bei Anhebung des CO2-Preises
durch Beseitigung überschüssiger Zertifikate -"Keine Altlasten
mehr"
Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber hält an seiner
Zuversicht auf die Rückkehr zu deutlich höheren Strompreisen gegen
Ende des Jahrzehnts fest. Das berge für den größten heimischen
Stromkonzern erhebliches Gewinnsteigerungspotenzial, sagte
Anzengruber am Mittwochabend.Ein um einen Euro pro Megawattstunde (MWh) höherer
Großhandels-Strompreis bedeute für den Verbund, aufs Jahr
hochgerechnet, 25 Mio. Euro mehr operatives Ergebnis auf EBIT-Ebene.
Heute lägen die Notierungen bei 33 Euro/MWh, hätten 2007/08 aber
schon ein Niveau von 75 Euro erreicht gehabt.
Wenn der negative Polit-Einfluss zu starker Ökostrom-Förderung am
gemeinsamen Markt mit Deutschland nicht nachlasse, würden die
Strompreise in den nächsten zwei, drei Jahren eher nur stagnieren -
dürften dann aber im Vorfeld des "Aus" für deutsche AKW bis 2022
doch anziehen. "Der Verbund ist also eine Wette auf den Strompreis",
meinte der Konzernchef als Gastredner bei einem Event von "Q-Queck -
Quarterly Market Update".
Preisaufwärts-Potenzial gebe es auch, wenn der Überschuss von
CO2-Zertifikaten, den Anzengruber mit 2 Mrd. t bezifferte, aus dem
Markt genommen werde. Jeder Euro, um den der Tonnen-Preis steige,
erhöhe den Strompreis um einen halben Euro pro MWh, der Hebel sei
also relativ groß.
Der Verbund selbst habe seine Hausaufgaben gemacht und die
Altlasten - im Bereich thermischer Kraftwerke - beseitigt. Heute
produziere der Konzern seinen Strom schon zu 90 Prozent CO2-frei.
Die Erzeugungskosten seien so niedrig, dass der Verbund immer
verdiene, auch bei den momentan niedrigen Strompreisen.
Der Verbund befinde sich noch nicht auf einer "asphaltierten
Straße", der Weg sei "noch immer holprig und schottrig, aber es gibt
keine Felsbrocken mehr". Insgesamt werde die Situation für die
E-Wirtschaft freilich nie wieder so gut sein wie sie einmal war,
auch bei einer besseren Konjunktur nicht.
Bis sich die einst als Brückentechnologie beschworenen
Gaskraftwerke wieder rentierten, sei es noch "ein langer Weg",
meinte Anzengruber. Angesichts eines Gaspreises von 21 Euro pro MWh
komme man, mal zwei gerechnet, auf Stromproduktionskosten von 42
Euro - deutlich über den auf Großhandelsebene aktuell erzielbaren
Erlösen von 33 Euro je MWh.
Sein Jahresergebnis 2014 will der Verbund am 11. März
veröffentlichen.
(Schluss) sp/kan
ISIN AT0000746409
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