Grünstrom bei Hofer: Weder sauberste Energie noch bester Preis
Seit heute bietet der Diskonter Hofer
umweltfreundlichen Strom der oekostrom AG und bietet damit - wie es
unter Berufung des Diskonters auf Greenpeace heißt - die "sauberste
Energie" und den billigsten Tarif. Eine Überprüfung des Vereins für
Konsumenteninformation (VKI) zeigt jedoch: Das Angebot ist weder das
billigste noch das umweltfreundlichste. Dennoch kann der VKI dem
Ökostromangebot des Diskonters Positives abgewinnen: "Hofer gibt
damit einen Impuls am Markt, der die Wechselbereitschaft der
Konsumentinnen und Konsumenten mit großer Wahrscheinlichkeit erhöht
und damit auch den Wettbewerb im Sinne der Verbraucher belebt", so
VKI-Energieexperte Andi Peter.
Das Angebot des Diskonters Hofer/der oekostrom AG bietet einen
hohen Anteil an Wasserkraft, der aus alten, abgeschriebenen und nicht
ökologisch optimierten Kraftwerken kommt, einen niedrigen Anteil an
Energie aus Windkraft sowie weniger als ein Prozent an Energie aus
Photovoltaik. Damit ist dieses Angebot nicht besser oder
umweltfreundlicher als andere standardmäßig angebotene
Ökostromprodukte.
Zum Vergleich: Die engagiertesten "Grünstrom"-Produkte weisen
zumindest 21 Prozent Strom aus Windkraft, mindestens 1,5 Prozent
Photovoltaik und ein Limit beim Stromanteil aus Wasserkraft auf.
Derartige Produkte sind durchwegs auch mit dem Österreichischen
Umweltzeichen zertifiziert (Alpen AdriaEnergy, ENAMO Ökostrom und
Naturkraft). Dies ist auch bei einem Produkt der oekostrom AG der
Fall - allerdings nicht bei dem konkret von Hofer angebotenen.
Auch hinsichtlich des Preises sind die Werbeaussagen zu
relativieren: Die billigsten Stromprodukte aus erneuerbarer Energie -
konkret aus Wasserkraft - bieten derzeit stromdiskont.at (ENAMO)
sowie der Verbund.
Fazit: Wenn es ums Sparen geht, dann gibt es billigere Produkte -
wenn es um die Ökologie geht, dann gibt es bessere Ökostromprodukte.
Weitere Informationen zum Thema Ökostrom gibt es auf
www.konsument.at.