"atello": Beko Holding-Chef ortet Marktmanipulation bei S&T
Beko Holding-Chef Peter Kotauczek wirft S&T-Boss Thomas Streimelweger Anstiftung zur Marktmanipulation vor. S&T verhandelt mit OeKB 15-Millionen-Euro-Rettungsschirm.
Wie das Wirtschaftsmagazin "atello" in seiner am
morgigen Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, habe S&T-Chef
Thomas Streimelweger in seiner vorangehenden Funktion als
Aufsichtsratsvorsitzender vom damaligen Vorstand Christian Rosner
Marktmanipulation verlangt. Das sei einer der Hauptgründe für den
Abgang Rosners gewesen, weil dieser strafrechtliche Konsequenzen
befürchtete, sagt Beko-Holding-Chef Peter Kotauczek im
"atello"-Interview. Kotauczek war an einer Beteiligung am
IT-Dienstleister S&T interessiert, zu einer Einigung kam es aber nie.
Weil S&T finanziell ins Trudeln gekommen ist, schließt S&T-Vorstand
Streimelweger einen Teilverkauf der Unternehmensanteile neuerlich
nicht aus. Gerüchte um einen Totalverkauf sind laut Streimelweger
aber weiterhin "haltlos". Im Gespräch für beide Verkaufsvarianten
seien der chinesische Telekommunikationsriese Huawei, der finnische
IT-Dienstleister TietoEnator, der IT-Beratungskonzern CapGemini und
branchennahe Investoren aus Israel. "Ich kenne alle diese Firmen,
darunter sind viele mögliche Interessenten, die sich für das Geschäft
der S&T interessieren", bestätigt Streimelweger gegenüber "atello"
die potenziellen Bieter. Streimelwegers eigenes S&T-Aktienpaket von
22 Prozent stehe aber nicht zum Verkauf: "Meinen Anteil behalte ich.
Ich werde nicht dann verkaufen, wenn die Aktien fast am Tiefpunkt
stehen."
Derzeit verhandelt der S&T-Vorstand mit der Oesterreichischen
Kontrollbank über ein Rettungspaket von rund 15 Millionen Euro. Am 4.
Mai 2011 wird die erste Anleihe über 30 Millionen Euro von insgesamt
drei Anleihen fällig. "Wir verhandeln ein Gesamtkonzept für die
langfristige Finanzierung, das betrifft die Fristigkeiten der
laufenden Bankverbindlichkeiten, um unser Eigenkapital zu erhöhen,
ebenso wie die Bedienung des gesamten Anleihenvolumens von 55
Millionen Euro bis 2012", sagt Streimelweger. Darüberhinaus zahlt das
Unternehmen laut dem S&T-Chef allein an Zinsen drei bis vier
Millionen Euro pro Jahr. Streimelwegers Plan: "Nächstes Jahr wollen
wir profitabel sein und das werden wir im ersten und im vierten
Quartal auch erreichen. Für das Jahr 2012 will ich die
Unternehmenszahlen auf das Niveau von 2007 zurückbringen: Das würde
ein operatives Ergebnis von rund 13 Millionen Euro und einen Umsatz
von mehr als 500 Millionen Euro bedeuten." Im Jahr 2009 lag der
Umsatz bei 411 Millionen Euro, das Ebit war mit minus 3,1 Millionen
Euro negativ.