Erste Bank rät Anlegern derzeit weiterhin defensiv vorzugehen
Die Woche verlief zwar für den ATX bis Donnerstag Schluss mit +3,0% durchaus
sehr positiv, am Freitag zeichnet sich intraday jedoch ab, dass all diese Gewinne
wieder abgegeben werden müssen. Wirtschaftsforscher überschlagen sich aktuell
beim Revidieren der Wachstumsprognosen nach unten und ähnlich geht es auch
den Analysten. Es nimmt jedoch auch die negative Wirkung all dieser schlechten
Nachrichten ab, womit sich für uns eindeutig die lange Phase der Bodenbildung
fortsetzt. Aus charttechnischer Sicht kann aktuell allerdings auch leider ein nochmaliger
Test der Tiefststände vom November nicht ausgeschlossen werden.
An Nachricht gab es in Wien für die vorweihnachtliche Zeit doch noch einiges zu
berichten. Zumtobel und EVN legten Quartalszahlen vor: Zumtobel war beim Ausblick
sehr zurückhaltend; EVN berichtete eher etwas schwächere Zahlen, gab dafür
einen besseren Ausblick. Weiters haben wir in dieser Woche einen Versicherungssektorreport
publiziert, wobei Vienna Insurance Group hier ganz klar unser Favorit
bleibt. In einer neuen Raiffeisen Int. Analyse haben wir das Kurspotenzial auf Sicht
der nächsten 12 Monate nun mit EUR 30 angegeben. Bei Intercell gab es zumindest
einmal mit der de facto erfolgten Zulassung in Australien für den Japan Enzephalitis
Impfstoff positive News, wenngleich die wichtigen Marktzulassungen in
Europa und USA noch ausstehen. Die Erste Group hat weiters am Freitag anläßlich
ihres Kapitalmarkttags den Ausblick für 2008 (+15% Betriebsergebnis) bestätigt
und eine Prognose mit +10% im operativen Ergebnis für 2009 abgegeben.
Wir raten Anlegern derzeit weiterhin defensiv vorzugehen. Am besten ist es derzeit
über Sparpläne kontinuierlich und in kleinen Schritten zu investieren, weil man das
beste Timing für einen Einstieg derzeit kaum abschätzen kann. Sicher ist aber,
dass Sparbücher und Geldmarktveranlagungen von der Verzinsung her laufend
weniger attraktiv werden und ein Teil davon zumindest früher oder später in höher
verzinste Aktien- oder Anleihemärkte wechseln wird.