ATX: Fundamentale Fakten zählen wenig
Der ATX gab in dieser Woche weitere 12,2% nach und markierte damit den tiefsten
Stand seit Jänner 2004. Wochenverlierer war Wienerberger, die weitere
Stilllegungen von Ziegelwerken bekanntgab. Mit einem Minus von über 31% rutschte
die Aktie unter neun Euro, einen Wert, den wir zuletzt 1989 - also vor fast 20
Jahren gesehen hatten. Der STRABAG ging es nur unwesentlich besser, auf
Wochensicht stand ein Minus von 23% zu Buche. Der weiterhin fallende Ölpreis
belastet nicht nur die OMV (ebenfalls -23%), sondern über Umwege (russische
Wirtschaft) auch die Raiffeisen International, die auf Wochensicht 22% einbüßte.
Immerhin konnten aber auch drei ATX-Aktien in dieser Woche eine positive Performance
aufweisen. Die exklusiven Verhandlungen mit der Lufthansa und die sich
daraus ergebende Hoffnung eines möglichen Pflichtangebots beflügelten die AUAAktie,
die mit einem Plus von knapp über 12% der Wochengewinner war. Die Post
konnte ebenfalls deutlich zulegen und zwar um mehr als 10%. Mayr-Melnhof
beendete die Woche marginal fester. Von Unternehmensseite berichteten unter
anderem voestalpine, deren Halbjahresergebnisse innerhalb unserer Erwartungen
lagen. Aber auch ein bestätigter Ausblick konnte der Aktie, die um fast 16%
nachgab, in diesem Umfeld nicht helfen. Die Q3 Ergebnisse des Flughafen Wien
und der SBO trafen ebenfalls unsere Erwartungen, beide Aktien verloren dennoch
rund 12%. An der "Nebenfront" (ATX prime) gab Kapsch TrafficCom Halbjahreszahlen
bekannt, und die fielen wie erwartet stark aus, die Aktie konnte um knapp
9% zulegen. In der nächsten Woche präsentieren unter anderem STRABAG,
UNIQA, CAToil, Hirsch Servo und phion. Von der Immo Seite gibt es Ergebnisse
von ECO Business, conwert, Warimpex und den CA Immos. Zuviel sollten wir in
nächster Zeit nicht erwarten. Fundamentale Fakten zählen wenig, es wird weiter auf
die internationalen Vorgaben zu achten sein.