ATX: Erste Bank optimistisch dass Phase der Bodenbildung weiter fortgeführt werden kann
Der ATX hat im Vergleich zu Freitag der Vorwoche eine annähernd stabile Entwicklung
verzeichnet mit +0,2% und hat sich damit sogar positiv von anderen westeuropäischen
Börsen absetzen können, die allesamt ein Minus verzeichnen mußten.
Diese Outperformance in Verbindung mit einer gewissen Beruhigung der Lage und
eines durchaus noch immer leicht positiven Chartbild läßt uns auf eine gelungene
Bodenbildung hoffen. Der ATX liegt im heurigen Jahr mit 55,6% im Minus, was
ebenso für einen deutlichen Rebound sprechen würde. Fundamental ist der ATX
aus unserer Sicht zwar weiterhin sehr günstig bewertet, allerdings gibt es von
Unternehmensseite derzeit kaum etwas Positives zu hören. Beginnend im 3.
Quartal oder spätestens ab dem 4. Quartal sehen viele Unternehmen eine deutliche
Ergebnisabschwächung. Palfinger hat diese Woche genau dies berichtet, auch
Raiffeisen Int. mußte die Erwartung für das Gesamtjahresergebnis 2008 letztlich
um 5% nach unten revidieren. OMV berichtete ein (noch) gutes Q3-Ergebnis, wird
allerdings im 4. Quartal den Ölpreisrückgang ebenso deutlich zu spüren bekommen.
Andritz konnte ein gutes (wenngleich etwas unter unserer Erwartung) liegendes
Q3-Ergebnis präsentieren - hier bleiben wir weiterhin bei unserer Kaufempfehlung
so wie auch im Fall von OMV und Raiffeisen Int.
In der nächsten Woche erreicht die Berichtssaison in Wien einen weiteren Höhepunkt,
es berichten Vienna Insurance Group (IVG), Intercell, Wienerberger,
Telekom Austria, A-TEC, Pankl, Mayr-Melnhof und BWT ihre Quartalszahlen. Bei
unseren Kaufempfehlungen VIG und Intercell erwarten wir uns durchaus gute
Ergebnisse, bei allen anderen Werten rechnen wir eher nicht mit positiven Überraschungen.
Die Lage an der Wr. Börse wird sicherlich weiterhin sehr nervös und
hektisch bleiben. Dennoch sind wir guter Dinge, dass zumindest die Phase der
Bodenbildung weiter fortgeführt werden kann. Bewertungstechnisch erscheinen viele
Unternehmen wirklich günstig zu haben, es rollen aber nach wie vor immer wieder
(wahrscheinlich liquidationsbedingte) Verkaufswellen auch über Österreich. Zukäufe
würden wir aktuell somit stufenweise oder über Sparpläne empfehlen.