Hauptgrund für ATX-Schwäche ist der aktuelle Ölpreis
Mit einem deutlichen Abschlag von rund 3% ging der ATX ins Wochenende. Die
Konsolidierung findet somit ihre Fortsetzung. Der ATX befindet sich allerdings in guter
Gesellschaft, da in der letzten Woche nahezu alle Indices deutlich nachgaben. Ein
Hauptgrund dafür ist sicherlich der aktuelle Ölpreis, dessen Anstieg um mehr als USD 10
am letzten Freitag die Märkte schockierte. Der Aufwärtstrend des Ölpreises ist jedenfalls
ungebrochen, und so kommt es, dass am Ende der Woche auch nur die zwei Ölwerte des
ATX positiv schlossen, nämlich die OMV mit einem Plus von 1,2% und die SBO mit +4,3%.
Der Wochenverlierer war Zumtobel mit einem Minus von 15,3%, jedoch ohne nennenswerten
Newsflow. Das Minus des Flughafen Wien (-14,8%) ist wohl mit der Gewinnwarnung
der AUA in Verbindung zu bringen. Die Diskussionen über mögliche Partnerschaften der
AUA sind ja auch mit der Standortfrage (Flughafen Wien) verknüpft, und das schafft
natürlich Spielraum für alle möglichen Spekulationen. bwin musste trotz EURO-Fiebers
ebenfalls einen deutlichen Rückgang hinnehmen (-8,2%). Wienerberger gab zu Wochenbeginn
bekannt, zwei Werke in England vorübergehend stillzulegen, die Aktie gab um
7,4% nach. Für die schwache Performance des ATX waren aber auch die Banken
(Raiffeisen International mit -4,7% und die Erste Bank mit -3,4%) als Schwergewichte des
österreichischen Leitindex maßgeblich verantwortlich. In der nächsten Woche gibt es aus
Unternehmenssicht relativ wenig zu berichten. Kapsch TrafficCom und Phion werden
Zahlen für das Geschäftsjahr 2007/08 bringen, Dividendenzahlungen gibt es von Lenzing
(EUR 14 pro Aktie) und Raiffeisen International (EUR 0,93). Bei der Frage, wie es weiter
geht, sind wir leider eher pessimistisch. Obwohl es fundamental für die meisten Aktien im
ATX eigentlich recht gut ausschaut und das Forward KGV wieder unter 11x gefallen ist,
ist das gesamte wirtschaftliche Umfeld eher ungünstig. Hohe Ölpreise, Inflation, ein starker
Euro und ein Umfeld mit tendenziell steigenden Zinsen sind einfach ein gefährlicher Mix
für Aktien. Der Fokus sollte in den nächsten Tagen/Wochen daher auf dem Ölpreis liegen.
Sollte es hier Zeichen der Entspannung geben, dann müsste sich das auch positiv auf die
Aktienmärkte auswirken. Ansonsten bleiben wir in der aktuellen Abwärtsphase.