wiiw: Exporte nach Indien steigen wegen Handelsabkommen kräftig
wiiw: Plus von etwa 75,8 Prozent, Importe aus Indien
verdoppeln sich - Auch McKinsey sieht großes Potenzial für
österreichische Unternehmen
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Unternehmensberater McKinsey zu Indien-Potenzial für österreichische Unternehmen (4. bis 6. Absatz)
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Im Jänner haben sich die EU und Indien nach fast
zwei Jahrzehnten Verhandlungen auf ein Freihandelsabkommen geeinigt.
Laut Analyse des Wiener Instituts für Internationale
Wirtschaftsvergleiche (wiiw) werden mit Hilfe des Abkommens die
österreichischen Exporte nach Indien in den nächsten Jahren um etwa
75 Prozent oder rund 1 Mrd. Dollar (850 Mio. Euro) steigen. Der
Zuwachs erfolge vor allem bei Dienstleistungen, Chemikalien,
Maschinen und Elektronik.
Laut Modellsimulationen werden im Gegenzug die österreichischen
Importe aus Indien um rund 350 Mio. Dollar steigen, sich also in
etwa verdoppeln. Hier spielen Textilien, Lebensmittel und
IT-Dienstleistungen eine wichtige Rolle. Für Österreich werden reale
Einkommensgewinne von 0,02 Prozent prognostiziert. Mit einer
hochrangigen Wirtschaftsdelegation waren Bundeskanzler Christian
Stocker und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (beide ÖVP)
die vergangenen Tage in Indien unterwegs und werden am Samstag
wieder in Wien erwartet.
wiiw: Investitionsbeziehungen zwischen EU und Indien ausbaufähig
Aus Sicht der wiiw-Ökonomen wird sich der Wert des Abkommens
mittel- und langfristig so richtig zeigen, wenn sich "die
regulatorische Konvergenz vertieft", also eine Angleichung der
unterschiedlichen staatlichen Regulierungen erfolgt ist. Außerdem
müssen "die Investitionsbeziehungen wachsen und die Mobilität von
Fachkräften eine engere wirtschaftliche Integration" ermöglichen.
Der Zeitpunkt der Einigung verleihe dem Abkommen mit Blick auf die
US-Zollpolitik, den geschwächten Multilateralismus und den
notwendigen Abbau der Abhängigkeit von China strategische Bedeutung.
Angesichts der Handelsspannungen mit den USA und des Iran-Krieg
werde Indien für manche österreichische Unternehmen immer mehr "ein
Thema", sagte McKinsey-Partner Martin Wrulich zur APA. Indien sei
interessant als Absatzmarkt und Produktionsstandort als auch
relevant für IT-Dienstleistungen, Engineering und
Produktentwicklung. Zuerst stand Offshoring von Techunternehmen im
Fokus, nun werde auch Produktentwicklung vor Ort interessanter,
erklärte Wrulich. Dies könne auch teils gefördert werden.
Indien bietet zahlreiche Möglichkeiten der Forschungsförderung
für ausländische Unternehmen, vor allem wenn diese in Kooperation
mit lokalen Partnern agieren. Die Förderungen fokussieren vor allem
auf Branchen wie Technologie, Biotechnologie, erneuerbare Energien
und neue Werkstoffe.
McKinsey: Energiediversifizierung großes Thema in Indien
"Die aktuellen geopolitischen Spannungen erhöhen den Druck auf
energieimportabhängige Volkswirtschaften, schneller auf heimische
Energiequellen umzusteigen", so der McKinsey-Berater. China sei
"hier bereits weit vorangeschritten". Der Anteil von
Elektrofahrzeugen zeige, "wie konsequent das Land diese
Transformation" vorantreibe, so der Unternehmensberater. "Diese
Dynamik dürfte sich weiter beschleunigen." Für Indien erwartet
Wrulich mittelfristig "eine ähnliche Entwicklung bei der
Elektrifizierung".
rst/cri/kre
ISIN
WEB http://www.wiiw.ac.at/