Trumps Zölle dämpfen EU-Investitionen in USA
wiiw-Analyse: Zahl der angekündigten Greenfield-Projekte aus
der EU Jänner bis September 2025 um rund ein Viertel gesunken
- Zugesagtes Kapital minus 21 Prozent
Die von US-Präsident Donald Trump vorangetriebenen
Zollanhebungen haben bisher keinen Schub für ausländische
Investitionen in den USA gebracht, sondern im Gegenteil das
Investitionsklima eingetrübt. Darauf deutet eine Kurzanalyse des
Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) im
"Monthly Report" November 2025 hin.Demnach gingen von Jänner bis September 2025 sowohl die Zahl der
angekündigten Greenfield-Projekte als auch das zugesagte Kapital aus
Österreich, Deutschland und der Europäischen Union gegenüber dem
Vorjahreszeitraum zurück. Als Hauptgrund nennt das wiiw die
gestiegene wirtschafts- und handelspolitische Unsicherheit durch
Trumps Zölle.
Aus der EU sank die Zahl der angekündigten Greenfield-Projekte in
den USA laut Analyse gegenüber dem Vorjahr um rund ein Viertel, aus
Deutschland um 29 Prozent. Das aus der EU zugesagte
Investitionsvolumen verringerte sich um 21 Prozent auf rund 40 Mrd.
Euro, jenes aus Deutschland halbierte sich von rund 8 Mrd. auf unter
4 Mrd. Euro. Auch bei China zeigt sich laut wiiw eine zunehmende
Entkoppelung: Die Zahl der angekündigten Projekte ging nur leicht
zurück, blieb mit 52 Projekten aber niedrig. Beim zugesagten Kapital
gab es hingegen ein Minus von 61 Prozent auf rund 2 Mrd. Euro, der
durchschnittliche Projektwert sank auf rund 43 Mio. Euro. Die durch
die Zölle ausgelöste Unsicherheit wirke "sehr kontraproduktiv" auf
Trumps Ziel, mehr Auslandsinvestitionen anzulocken, resümiert
wiiw-Ökonomin Olga Pindyuk.
ivn/rst
ISIN
WEB http://www.wiiw.ac.at/
ISIN AT0000746409
WEB http://www.verbund.com