Fairtrade-Umsatz in Österreich trotz Rezession 2024 gestiegen
Österreichische Supermarktketten als Hauptabsatzkanal für
Fairtrade - Österreich und die Niederlande liegen weltweit ex
aequo auf Platz 2 beim Pro-Kopf-Konsum von Fairtrade-Produkten
Trotz andauerndem Wirtschaftsabschwung haben die
Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich im Vorjahr zu mehr
Produkten mit dem Fairtrade-Siegel gegriffen. Auch Rekordpreise für
Kaffee und Kakao bremsten die Nachfrage nicht. Der Umsatz mit
Fairtrade-Produkten in Österreich stieg im Vorjahr um 6,5 Prozent
auf 706 Mio. Euro. Hauptabsatzkanal sind die heimischen Supermärkte.
"Das macht die Stärke hierzulande aus", sagte
Fairtrade-Österreich-Chef Hartwig Kirner zur APA.Rund 2.600 Produkte mit dem Gütesiegel werden hierzulande
verkauft. Österreich und die Niederlande liegen weltweit ex aequo
auf Platz 2 beim Pro-Kopf-Konsum von Fairtrade-Produkten hinter der
Schweiz. Das Siegel wird an Produkte vergeben, bei denen Kleinbauern
und Plantagenarbeiter eine garantierte Mindestentlohnung bekommen
und bessere Arbeitsbedingungen herrschen müssen. Außerdem wird mit
einer Fairtrade-Prämie vor Ort in Bildungs- und Entwicklungsprojekte
investiert und es soll eine nachhaltige landwirtschaftliche
Produktion geschaffen werden.
Welthandel durch Trump wieder im Fokus
Der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Zollkonflikt hat
das Thema Welthandel wieder in den Fokus gerückt. "So kann fairer
Handel aber nicht funktionieren", sagte der
Fairtrade-Österreich-Chef im Hinblick auf die US-Handelspolitik. Das
Ziel müssten gerechtere Handelsbedingungen zwischen Industrie- und
Entwicklungsländern sein. Man müsse landwirtschaftlichen
Produzenten, etwa in Afrika, helfen, ihre Lebensbedingungen zu
verbessern.
Mengenmäßig gab es 2024 in Österreich ein Fairtrade-Plus bei
Kakao (+17 Prozent), Bananen (+8,6 Prozent), Reis (+6,2 Prozent) und
Rohkaffee (+3,3 Prozent). Das Mengenplus bei Kakao sei vor allem
"auf neue Listungen" zurückzuführen, sagte der
Fairtrade-Österreich-Chef. Auf Fairtrade-Kakao setzen hierzulande
unter anderem die Süßwarenhersteller Manner, Niemetz und Heindl
sowie die Schoko-Eigenmarken von Spar, Billa, Hofer und Lidl. Der
Marktanteil von zertifizierter Tafelschokolade lag hierzulande
zuletzt bei 11 Prozent.
Kakao-, Kaffee- und Orangensaftpreise auf Rekordniveau
Die Kakao-, Kaffee- und Orangensaftpreise haben 2024 auf den
internationalen Rohstoffmärkten ein historisches Rekordniveau
erreicht. Missernten und Spekulation hätten zu diesem historischen
Preisanstieg geführt, so der Fairtrade-Österreich-Chef. Die hohen
Rohstoffpreise würden nun bei den Bauern ankommen, etwa bei den
Kakaobauern in Westafrika.
In der Gastronomie und Hotellerie ist Fairtrade in Österreich
noch relativ selten vertreten. "Seit der Coronapandemie ist es noch
schwieriger", so Kirner. Fairtrade-Kaffee gibt es unter anderem bei
den Bäckereien Ströck und Anker sowie auch beim Back-Diskonter
Backwerk.
cri
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