Wiener Privatbank rutschte 2020 in die Verlustzone
Infolge mehr als 9 Mio. Euro an zusätzlicher Kreditvorsorge
wegen Corona-Pandemie - Höheres Depotvolumen und mehr Assets
under Management
Wegen höherer Risikovorsorgen ist die Wiener
Privatbank SE im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 in die Verlustzone
gerutscht. Das Minus beim Periodenergebnis betrug 7,9 Mio. Euro nach
2,7 Mio. Euro Gewinn im Jahr davor. Die Risikovorsorge kletterte von
176.000 Euro auf 9,4 Mio. Euro, während der Zins- und der
Provisionsüberschuss sowie der Verwaltungsaufwand fast unverändert
blieben.Trotz eines von Covid-19 belasteten Jahresergebnisses habe die
Bank im Kerngeschäft deutlich zugelegt und die Kernkapitalquote
weiter gesteigert, erklärte das Institut am Freitag im
Jahresfinanzbericht. Das reine Depotvolumen legte um 45 Prozent auf
1,06 Mrd. Euro zu, womit erstmals die Milliarden-Grenze
überschritten wurde. Die gesamten Assets under Management wuchsen um
15 Prozent auf 1,76 Mrd. Euro.
Das Nettozinsergebnis habe man durch ein stabiles Kreditgeschäft
und die Senkung von Überliquidität auf Vorjahresniveau halten
können. Das Nettoprovisionsergebnis stieg um rund 8 Prozent auf 9,5
Mio. Euro.
Andererseits habe man der Corona-Pandemie Rechnung tragen müssen:
Marktverwerfungen zu Beginn der Krise hätten eine Risikoreduktion
erfordert, was zu 2,4 Mio. Euro negativem Ergebnis aus finanziellen
Vermögenswerten geführt habe. Zugleich habe man im Kreditportfolio
wegen der covid-bedingten Marktentwicklungen und Effekten auf ein
Kreditgeschäft 9,44 Mio. Euro Risikovorsorgen gebildet.
Die Kernkapitalquote habe man - trotz der unerfreulichen
Ergebnisauswirkungen der Pandemie - von 17,97 auf 18,68 Prozent
verbessert. Damit liege die Bank deutlich über den regulatorischen
Vorgaben. Die Bilanzsumme lag 2020 mit 355,6 (456,1) Mio. Euro
deutlich unter dem Jahr davor - aktivseitig gab es vor allem
deutliche Rückgänge bei Forderungen an Kreditinstitute und bei
Finanzanlagen.
2021 will das Institut seine Positionierung als dynamische
Spezialbank mit klarer Fokussierung auf Sachwert- und
Kapitalmarktkompetenz weiter ausbauen, heißt es im Ausblick. Mit
verschiedenen Maßnahmen wolle man eine Fortsetzung des Wachstums bei
den Assets under Management erreichen.
(Schluss) sp/bel
ISIN AT0000741301
WEB http://www.wienerprivatbank.com