Corona brachte Manner unter Druck - Halbjahresumsatz aber gehalten
Nettoverlust des Süßwarenherstellers bis Juni kaum größer -
Coronakrise bescherte ein Fünftel Erlöseinbruch - Umsatzplus
im Export, Minus im Inland - Trotz Krise zuversichtlich
Der Wiener Süßwarenhersteller Manner hat die
Coronakrise im zweiten Quartal stark zu spüren bekommen, konnte im
Halbjahr den Umsatz aber insgesamt halten und schrieb auch kaum mehr
Nettoverlust als ein Jahr davor. Fehlende Touristen und ein noch
allgemein zurückhaltendes Konsumverhalten würden eine seriöse
Vorschau aufs restliche Jahr aber erschweren, erklärte Manner am
Montag.Auch wenn man die ursprünglichen Ziele 2020 nicht erreiche, werde
man das Gesamtjahr mit einem positiven Ergebnis abschließen, so die
börsennotierte Firma. Bis Juni lag der Periodenfehlbetrag bei 2,1
Mio. Euro, nach 1,1 Mio. im Vorjahresvergleich. Samt Gewinnvortrag
blieb heuer ein etwas geringerer Bilanzverlust von -0,6 (-1,1) Mio.
Euro. Die Kapitalausstattung würden Manner trotz der Krise
zuversichtlich in die Zukunft schauen lassen, wird betont.
Im Halbjahr standen sehr gute Umsatzsteigerungen im ersten
Quartal Umsatzeinbrüche im zweiten Quartal gegenüber. In Summe
sanken die Erlöse im Halbjahr nur um ein Prozent auf 101,0 (102,0)
Mio. Euro, die Betriebsleistungen wuchs wegen eines stärkeren
Bestandsaufbaus sogar etwas. Im Ausland behauptete sich Manner
besser: Die Warenumsätze in Österreich sanken auf 36,3 (40,4) Mio.
Euro, die Exporterlöse stiegen dagegen auf 64,3 (60,9) Mio. Euro.
Das Betriebsergebnis rutschte bis Juni leicht ins Minus (-0,6
nach +0,4 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote wuchs auf 35,8 (34,6)
Prozent, das Gearing sank auf 92,7 (95,0) Prozent.
Die Covid-19-Krise habe Umsatzrückgänge von mehr als 20 Prozent
im Vorjahresvergleich gebracht. Wegen der fehlenden Touristen hätten
die Manner-Shops am meisten gelitten, hier sei die Kurzarbeit daher
nach drei Monaten verlängert worden. Die wie erwartet deutlich über
dem Vorjahresniveau liegenden Rohstoffpreise hätten für eine
zusätzliche Belastung gesorgt.
Zudem seien die für Manner relevantesten Rohstoffe durch Covid-19
preislich teils großen Schwankungen ausgesetzt. Insbesondere Zucker
und auch Haselnüsse würden in ihrer Preisentwicklung eher fest
erwartet. Für das heurige Geschäftsjahr seien die wesentlichsten
Rohstoffe aber durch Deckungskäufe fast gänzlich abgesichert, betont
das Unternehmen.
Der Personalstand - inklusive Niederlassung in Deutschland -
erhöhte sich im Jahresabstand leicht um 0,7 Prozent auf 810, davon
417 Arbeiter und 393 Angestellte.
(Schluss) sp/kan
ISIN AT0000728209
WEB http://www.manner.at