ÖVAG-Abbaufirma Immigon geht dem Ende entgegen
Eigenkapital in vier Jahren von 30 Mio. auf 775 Mio. Euro
gesteigert - Heuer soll Liquidation beschlossen werden - Staat
pumpte 1,25 Mrd. Euro in Rettung des Volksbankensektors
Die Immigon, Abbaugesellschaft der ÖVAG
(Österreichische Volksbanken AG), hat im Jahr 2018 weitgehend den
Abbau ihres Portfolios beendet. Dies geht aus dem heute, Montag,
veröffentlichten 172-seitigen Geschäftsbericht hervor. Mit einem
Eigenkapital von 775 Mio. Euro geht die Immigon nun ihrem eigenen
Ende entgegen: Bei der Hauptversammlung am 15. Mai soll die
Liquidierung beschlossen werden.Die ehemalige Volksbanken AG (ÖVAG) musste 2009 und 2012 mit rund
1,25 Mrd. Euro vom Staat aufgefangen werden. Seit Juli 2015 ist die
Immigon die Abbaugesellschaft, in der die Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten der ÖVAG, des Spitzeninstituts des
Volksbankensektors, verblieben, während die betriebsnotwendigen
Vermögenswerte auf die Volksbanken Wien übertragen worden waren. Die
Immigon gehört zu 43,3 Prozent der Republik Österreich und zu 43,21
Prozent der Volksbanken Holding.
Generaldirektor Stephan Koren schreibt im Vorwort des
Geschäftsberichts, dass das Jahr 2018 vermutlich das letzte volle
Geschäftsjahr der Immigon portfolioabbau AG vor der geplanten
Liquidationseröffnung gewesen sei. Das Ziel der Gesellschaft war die
Verwertung der Ressourcen und die Rückführung der Verbindlichkeiten,
um den Volksbankensektor zu restrukturieren und zu retten. "Die
Immigon hat diesen Auftrag nun, nach knapp vier Jahren, erfolgreich
zu Ende gebracht", schreibt Koren. Das Eigenkapital der Immigon sei
von 30 Mio. Euro am Beginn des Abbaus auf 775 Mio. Euro zu
Jahresende 2018 gesteigert worden und mache somit knapp 73 Prozent
aller Passiva aus.
Die Bilanzsumme der Immigon wurde im Jahr 2018 von 1,6 Mrd. Euro
auf 1,09 Mrd. Euro reduziert, davon sind 975 Mio. Euro Guthaben bei
der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).
Weiters stand 2018 die Vorbereitung der Liquidierung der
Gesellschaft im Vordergrund: Der Mitarbeiterstand wurde um 105
Vollzeitkräfte verringert. Per Jahresende 2018 waren nur noch 28
Mitarbeiter bei der Immigon beschäftigt. Mit der Abwicklung soll die
Ithuba Capital AG beauftragt werden, dies will der Aufsichtsrat der
Hauptversammlung vorschlagen.
Wann die Abbaufirma jedoch tatsächlich geschlossen wird, hängt
wohl von den Anleihegläubigern ab. Rechtlich ist die Liquidierung
erst möglich, wenn die Anleihen getilgt sind. Das wäre erst im Jahr
2028 der Fall, außer es gibt vorzeitige Tilgungen. "Die formale und
rechtliche Liquidation samt Löschung der Firma wird aufgrund noch
ausstehender Verbindlichkeiten aus Wertpapieremissionen,
Pensionsverpflichtungen und diverser Passivprozesse erst in einigen
Jahren möglich sein", erläutert Koren im Geschäftsbericht.
(Schluss) gru/kre
ISIN AT0000755665
WEB http://www.immigon.com/
http://www.oevag.com
http://www.volksbankwien.at/