Linz Textil - Streit um Villen-Deal auch bei Hauptversammlung der Linz Textil AG

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Streit um Villen-Deal auch bei Hauptversammlung der Linz Textil AG


Minderheitsaktionäre kamen mit kritischen Anträgen nicht durch



Der Streit um einen Villen-Deal ist auch in der Hauptversammlung der börsenotierten Linz Textil AG am Mittwoch in Linz fortgesetzt worden. Minderheitsaktionäre stellten eine Reihe von kritischen Anträgen - unter anderem die Abberufung des Aufsichtsratsvorsitzenden Anton Schneider - kamen damit aber nicht durch.
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Der Kauf einer Villa durch die Linz Textil als Dienstwohnung für den bis 31. Dezember 2016 im Amt befindlichen Vorstandsvorsitzenden Dionys Lehner, deren Sanierung und der spätere Verkauf an seine Familie sorgt bei den Minderheitsaktionären bereits seit längerem für Unmut. Dem Unternehmen sei ein Schaden von über einer Mio. Euro entstanden, argumentieren sie. Dem widersprach Lehner: Die Transaktion habe "materiell klare Vorteile für Linz Textil gebracht". Die Minderheitsaktionäre verlangten in der Hauptversammlung im Mai 2016 eine Sonderprüfung, Lehner konterte mit einem eigenen derartigen Antrag.

Der aktuelle Vorstand der Gesellschaft las aus dem inzwischen vorliegenden Prüfbericht ab, es bestünde keine Veranlassung, bilanzielle Maßnahmen zu setzen. Auf der Tagesordnung der Hauptversammlung stand der Vorschlag, den Bericht zur Kenntnis zu nehmen. Die Minderheitsaktionäre stellten ergänzend den Antrag auf Abberufung von Schneider. Unter Berufung auf den Bericht werfen sie ihm und anderen schwerwiegende Pflichtverletzungen zum Nachteil der Gesellschaft vor. Die Diskussion über das Thema beherrschte einen Großteil der Hauptversammlung, die um 10.30 Uhr begann.

Bei den Abstimmungen, die erst gegen Ende der nach 17.00 Uhr ununterbrochen dauernden Versammlung erfolgten, konnten sie sich allerdings nicht durchsetzen. Der Antrag auf Kenntnisnahme des Prüfberichtes wurde mit fast 90 Prozent beschlossen. Gegen dieses Ergebnis legten sie Widerspruch ein. Auch die Anträge, die Gesellschaft solle Schadenersatzansprüche gegen Lehner, seine Frau und andere gerichtlich geltend machen, Strafanzeige wegen Untreue erstatten und sich als Privatbeteiligte anschließen blieb in der Minderheit. Auch gegen diese Entscheidung wurde Widerspruch erhoben und ein Minderheitsverlangen mit dem selben Inhalt des Antrages erhoben. Dazu wurden sie rechtlich belehrt, dass sie dann das Risiko eingehen, die Prozesskosten selbst tragen zu müssen und ihre Aktien bis zum Ende des Verfahrens - es kann Jahre dauern - behalten zu müssen.

Gegen die mehrheitliche Entlastung von einzelnen Mitgliedern des Vorstandes und des gesamten Aufsichtsrates legten die Minderheitsaktionäre ebenso Widerspruch ein wie gegen die Wahl von Dionys Lehner in den Aufsichtsrat. Der von ihnen nominierte Kandidat für das künftig fünf Personen umfassende Aufsichtsratsgremium wurde nicht gewählt. Es setzten sich Johanna Katharina Jetschgo und Michael Schneditz-Bolfras durch. Anton Schneider und Andreas Gassner verbleiben weiterhin im Aufsichtsrat.

(Schluss) zie/ggr

 ISIN  AT0000723606
 WEB   http://www.linz-textil.at



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