Teak Holz International - Teak Holz - Anlegerschützer: Insolvenz trifft niemanden unvorbereitet

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Teak Holz - Anlegerschützer: Insolvenz trifft niemanden unvorbereitet


Unternehmen will Mitte kommender Woche Sanierungsverfahren beantragen



Nach achteinhalb Jahren an der Börse meldet die Teak Holz Internatinal AG (THI) nun Insolvenz an. "Diese Aktie hätte nie an die Börse gebracht werden dürfen", sagte der Präsident des Interessenverbands für Anleger (IVA), Wilhelm Rasinger, am Montag zur APA. "Ein Unternehmen, das zehn bis 15 Jahre warten muss, bis bei der Ernte der Teak-Bäume Ertrag kommt, ist ungeeignet für einen Börsengang."
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Kleinanleger haben laut Rasinger schon seit Jahren nicht mehr in Teak Holz investiert - die Aktie habe von Anfang an als "exotisch" gegolten. "Ich habe bereits auf der Hauptversammlung gesagt, schickt sie doch gleich in Insolvenz, da das Unternehmen keine Voraussetzungen für einen Weiterbestand hat - jetzt ist der Punkt erreicht", so der Aktionärsschützer. Die THI sitzt auf 30 Mio. Euro Schulden. Die Aktie startete Ende März 2007 zu 9 Euro an der Wiener Börse; Montagnachmittag notierte das Papier bei nur noch rund 29 Cent pro Aktie. Alleine heute brach das Wert um knapp 14 Prozent ein.

Fremdgeldgeber haben das Linzer Unternehmen laut Rasinger in den letzten paar Monaten am Leben erhalten und dürften sich inzwischen untereinander geeinigt haben. "Der Vorteil: Es wird unter ihnen keine großen Rechtsstreitigkeiten geben und der vorhandene Vermögenswert am besten verwertet", erwartet der IVA-Präsident. Es gebe allerdings Unstimmigkeiten, inwieweit die Gründer Sondervorteile aus dem Unternehmen lukriert hätten, räumte Rasinger ein.

"Das ist der Schlussakkord - ein trauriges Kapitel, aber es trifft niemanden unvorbereitet." Wer noch in der Aktie investiert sei, habe "echt spekulative Absichten".

Die Teak Holz bereitet derzeit eigenen Angaben zufolge einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung vor, der laut Vorstand Mitte dieser Woche eingereicht werden könnte. Ende August war bekannt geworden, dass der oberösterreichische Plantagenbetreiber eine Wandelanleihe nicht bedienen kann. Es folgten Umschuldungsverhandlungen mit den Geldgebern.

Die Zeichner der Wandelschuldverschreibung, die mehr als die Hälfte des ausgegebenen Nominale halten, hätten das Unternehmen darüber informiert, dass sie ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung - unter bestimmten üblichen Voraussetzungen - unterstützen, teilte die Teak Holz mit. Das Unternehmen geht nach den bisher geführten Gesprächen mit einer Mehrzahl der Gläubiger davon aus, dass es mit seinem Vorhaben durchkommt.

Im Dezember 2014 hatte der Vorstand bekanntgegeben, dass auf den Plantagen in Costa Rica nur halb so viele Teakbäume stehen wie in den Jahren davor bilanziert - nämlich nur 660.000 statt 1,3 Millionen. Ende Mai zog der Wirtschaftsprüfer PwC das Testat für den Jahresabschluss 2013 zurück. Die Firma selbst brachte zudem eine Betrugsanzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen unbekannt ein.

"Die ganze Geschichte ist unerfreulich, aber nicht symptomatisch für die Wiener Börse - die kann dafür am allerwenigsten und wird das, glaube ich, verkraften", resümierte der Aktionärsschützer. Lead Manager des Börsengangs war die Erste Bank.

(Schluss) kre/phs

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