Immigon (Ex-ÖVAG) kauft Bonds zurück - Private sollten nicht annehmen
Das rät implizit auch Volksbank-Wien-Vorstand: "Jeder Anleger
kann sich völlig frei entscheiden, das Papier bis zum Ende der
Laufzeit zu halten"
Bis Ende der Woche soll fest stehen,
wieviele Anleihe-Investoren der ehemaligen ÖVAG das seit ein paar
Wochen laufende Rückkaufangebot angenommen haben und zu welchem Kurs
der Rückkauf dann vonstatten geht. Es geht aktuell um ein Volumen
von 850 Mio. Euro, die die ÖVAG-Abbaugesellschaft Immigon mit
Abschlägen vor Laufzeit-Ende zurückkaufen will. Der Rücklauf dürfte
sich wohl in Grenzen halten.Ein Aufschrei von Ergo-Versicherungskunden hat die
Konsumentenschützer auf den Plan gerufen und am Mittwoch auch den
Vorstand der Volksbank Wien-Baden, also das neue
Volksbanken-Spitzeninstitut, zu einer Beruhigung vor allem von
Privatkunden veranlasst. Impliziter Rat: Privatkunden können das
Thema ruhig "aussitzen". Wer das Angebot aber schon angenommen hat,
kann das nicht mehr rückgängig machen.
"Die Rückkaufangebote sind völlig freiwillig", sagte Wolfgang
Schauer, Vorstand der Volksbank Wien-Baden, zur APA. "Kein Anleger
wird gezwungen, bei einem Kurs zu verkaufen, bei dem ihm womöglich
ein Schaden entsteht." Jeder könne sich frei entscheiden, das Papier
bis zum Laufzeit-Ende zu halten, wo vollständig getilgt werden
solle. Bei der ÖVAG-Spaltung hätten alle Prüfer bescheinigt, dass am
Ende bei der Immigon-Abwicklung genug Vermögen da sein werde, die
Anleiheinvestoren auszuzahlen.
Zeitungen hatten zuletzt aus Briefen zitiert, die die
Ergo-Versicherung an ihre Lebensversicherungskunden schrieb. Beim
Produkt "Rocket" wurde Geld der Versicherungsnehmer in ÖVAG-Papiere
investiert. Die Ergo war, so heißt es, wegen des jetzigen
Immigon-Rückkaufangebots juristisch in der Pflicht, die Kunden
anzuschreiben. Für Aufregung unter Versicherungskunden und
Privatanlegern sorgten Angaben zu Mindestrückkaufpreisen, in
einzelnen Schreiben war davon die Rede, dass rund 80 Prozent des
Nominales erhältlich wären, wenn jetzt verkauft würde.
Auch die Ergo hatte sich schon beeilt zu erklären, dass die
Kunden nicht zurückkaufen müssen, sondern das Recht hätten, ihren
Vertrag bis zum Laufzeitende aufrecht zu erhalten.
Laut Volksbank Wien ist für private Anleger, die nicht dringend
Geld brauchten, ein vorzeitiger Ausstieg aus Lebensversicherungen
und aus Anleihen ganz generell und damit auch im jetzigen Fall der
Immigon-Bonds nicht empfehlenswert. Anders sei das bei
Institutionellen: Für Banken, auch Volksbanken, könne es für die
eigene Bilanz vielmehr vorteilhaft sein, vorzeitig zu verkaufen.
Etwa wenn sie damit Eigenkapital freimachten.
Bei allen Anleihen mit Endfälligkeit und bei allen regulären
Lebensversicherungen erhalte man das investierte Geld erst bei der
Tilgung zurück, erinnert der Banker. Wer vor Ende der Laufzeit
aussteigen wolle, für den sei ein Ausstieg in vielen Fällen nur mit
einem Abschlag möglich. Ein solcher Abschlag sei aber nichts
besonderes, sagt Schauer, sondern ganz üblich.
(Schluss) rf/itz
ISIN AT0000755665
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