Zerschlagung - ÖVAG-Kapital wird geschnitten, Volksbank Wien erhöht
Hauptversammlung am 28. Mai
Vor der Zerschlagung der Krisenbank ÖVAG
(Volksbanken AG) wird eine Hauptversammlung am 28. Mai bei der ÖVAG
einen Kapitalschnitt beschließen. In der Volksbank Wien-Baden - die
mit Übernahme der lebensfähigen ÖVAG-Teile neues Spitzeninstitut
wird - wird das Kapital erhöht. Die ÖVAG selbst wird ab 4. Juli als
Bad Bank abgewickelt.In der teilstaatlichen ÖVAG wird durch den Kapitalschnitt der
bisher aufgelaufene Verlust beseitigt, das Kapital wird um 96,65
Prozent herabgesetzt.
Zur Durchführung der Spaltung soll die Volksbank Wien-Baden ihr
Grundkapital von derzeit Nominale 56,45 Millionen um 2,19 Millionen
Euro durch Ausgabe von 23.400 Aktien erhöhen. Auf diese
Kapitalerhöhung wird das Spaltungsvermögen als Sacheinlage
geleistet, heißt es in den gemeinsamen Hinweisen auf der Homepage im
Vorfeld der HV. Zusätzlich erfolgt bei der Volksbank Wien-Baden eine
Barkapitalerhöhung um Nominale 35,44 Mio. Euro.
Durch beide Kapitalaufstockungen in der Volksbank Wien-Baden
(Sacheinlage, Barkapitalaufstockung) steigt deren Aktienkapital um
37,63 Mio. Euro auf dann 94,09 Mio. Euro. Danach besteht das
Grundkapital der Volksbank Wien aus 1.003.615 Stückaktien. Die
Pflicht zur Zeichnung von Kapital an der Volksbank Wien war einer
der Streitpunkte mit den "Rebellen" unter den regionalen
Volksbanken.
Der Spaltung "vorgelagert" wird das Grundkapital der bisherigen
ÖVAG herabgesetzt:
In einem ersten Schritt von derzeit 577,33 Mio. Euro ganz
geringfügig um 26.172 Euro, indem 12 eigene Aktien eingezogen
werden. Damit sinkt die Anzahl der Aktien auf 264.708.206 Stück.
Dieses Kapital wird im zweiten Schritt um 557,99 Millionen Euro auf
19,34 Mio. Euro herabgesetzt - und zwar durch Zusammenlegung von
Aktien im Verhältnis 14 Aktien : 1 Aktie.
Gleichzeitig wird das gesamte von der ÖVAG ausgegebene
Partizipationskapital (PS-Kapital) um 96,65 Prozent herabgesetzt.
Der Entwurf des Spaltungs- und Übernahmevertrags wurde am 24.
April 2015 durch die Vorstände von ÖVAG und Volksbank Wien-Baden
beim Firmenbuch (Handelsgericht Wien) eingereicht.
Mit dem Kapitalschnitt bei der ÖVAG - die ab Juli als Bad Bank
abgewickelt wird - verliert auch der Bund das in der Bank steckende
Aktienkapital (250 Mio. Euro). Außerdem sind die noch in der Bank
steckenden 300 Mio. Euro staatliches PS-Kapital vom Kapitalschnitt
erfasst, auf diese Summe gedenkt der Bund nicht zu verzichten. Über
die Rückführung von rund 300 Millionen steht der Bund mit dem Sektor
in Verhandlungen.
(Schluss) rf/snu
ISIN AT0000755665
WEB http://www.oevag.com