Ungarn und Ukraine-Krise belasteten Sberbank Europe 2014
Konzerngewinn ging von 5,6 auf 3,4 Mio. Euro zurück - 21 Mio.
Euro Verlust in Ungarn - Auch Ukraine negativ - Alle anderen
Töchter mit Gewinn - Digital Banking im Fokus
Staatliche Maßnahmen zum Schutz von
Fremdwährungskreditnehmern in Ungarn und die Ukraine-Krise
belasteten im Vorjahr die Geschäfte der in Wien ansässigen Sberbank
Europe, der ehemaligen Volksbank International (VBI). Ihr
Konzerngewinn verringerte sich 2014 von 5,6 auf 3,4 Mio. Euro. Außer
in Ungarn und der Ukraine konnten in allen anderen
Tochtergesellschaften Gewinne erzielt werden.In der Sberbank Europe hat die russische Sberbank ihre Zentral-
und Osteuropa-Aktivitäten gebündelt. Sie ist neben Österreich mit
zehn Tochtergesellschaften in neun weiteren Ländern vertreten:
Bosnien & Herzegowina, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Serbien, der
Slowakei, Slowenien, Ukraine und seit dem Vorjahr mit der
Online-Bank Sberbank Direct auch in Deutschland. Die Sberbank Europe
und ihre Töchter waren von den Russland-Sanktionen nicht betroffen
und haben uneingeschränkten Zugang zu den Kapitalmärkten in der EU.
Das an Kunden vergebene Kreditvolumen wuchs im Vorjahr von 8,1
auf 9,8 Mrd. Euro. Dazu habe auch das in Österreich gestartete
Firmenkundengeschäft beigetragen, so die Bank am Freitag in einer
Pressemitteilung. Die Kundeneinlagen stiegen von 6,7 auf 6,8 Mrd.
Euro. Die Nettozinsspanne lag bei 2,58 Prozent, ein Plus von 0,05
Prozentpunkten.
Neben den durch die Ukraine-Krise ausgelösten politischen und
ökonomischen Herausforderungen führten in Ungarn die staatlichen
Maßnahmen zum Schutz von Fremdwährungskreditnehmern zu einem
Einmalverlust von 21 Mio. Euro. Zum Wachstum im Kredit- und
Einlagenbereich haben die Banken in Slowenien und Kroatien am
meisten beigetragen, so die Sberbank Europe, die seit November 2014
als wichtige Bank auch unter der Aufsicht der Europäischen
Zentralbank (EZB) steht.
"Unser Ziel ist es, eine moderne, selbst finanzierte und
gewinnbringende Bankengruppe in Europa aufzubauen", so CEO Axel
Hummel. Im Fokus steht dabei das Digital Banking. In den kommenden
Jahren soll das Filialnetz in Mittel- und Osteuropa um digitale
Banklösungen ergänzt werden. "Wir werden unser digitales Angebot
wesentlich erweitern und in die digitale Zukunft investieren - in
einer ersten Phase in Deutschland, Österreich und Tschechien",
kündigte Hummel an.
Die Sberbank Europe betreibt in zehn Ländern insgesamt 294
Filialen und beschäftigt 5.158 Leute (Stand 31. Dezember 2014).
(Schluss) ggr/ivn
ISIN RU0009029540
WEB http://www.sberbank.at