Heta-Abwicklung für Deutsche Bank Österreich "grundsätzlich positiv"
Polster: "Österreich-Malus" für österreichische
Finanzinstitute im Vergleich zu deutschen Instituten - Stärker
differenzieren zwischen Heta und heimischen Großbanken
Die Abwicklung der Hypo-Abbaugesellschaft
Heta wird von der Österreich-Tochter der Deutschen Bank begrüßt. Der
Österreich-Chef der Deutschen Bank, Rainer Polster, ortet aber einen
"Österreich-Malus" für die Banken: "Der Appell kann nur sein,
stärker zu differenzieren, denn es gibt einen Unterschied zwischen
der Heta und den Großbanken", sagte er dem WirtschaftsBlatt
(Mittwoch-Ausgabe).Es sei "grundsätzlich positiv", dass es seit 1. Jänner 2015,
zwischen einer Insolvenz a la Lehman oder einer "kontinuierlichen
Durchfütterung" ein Instrument durch die Europäische Regulierung
gebe, das eine geordnete Banken-Abwicklung erlaube.
"Gleichzeitig sind Investoren angehalten zu schauen, dass nicht
überall, wo Garantie draufsteht, auch Garantie drinnen ist", betonte
Polster. Man könne schon von einem Investor verlangen, dass er sich
über die grundlegenden wirtschaftlichen Verhältnisse, die einem
Emittenten zugrunde liegen, Gedanken mache, bevor er investiere.
"Tatsache ist, dass es einen Österreich-Malus bei den
Emissionsprämien und Yields von österreichischen Finanzinstituten
gegenüber vergleichbaren Instituten in Deutschland von über 200
Basispunkten gibt", beschrieb Polster die aktuelle
Kapitalmarktsituation für die heimischen Banken und Versicherungen.
20 Basispunkte könne er durch das "Sovereign Risk" (Länderrisiko)
Österreich versus Deutschland erklären, würden immer noch 180
Basispunkte bleiben, die er nicht erklären könne. "Die liegen nicht
an der mangelnden Kreditwürdigkeit österreichischer
Finanzinstitute."
Die Ansichten von Finanzminister Hans Jörg Schelling zum
österreichischen Finanzmarkt hält Polster für "grundsätzlich
erfrischend". Es wäre "ein sehr gutes Signal", sich für eine
Simplifizierung des Kapitalmarktrechts einzusetzen. Eine wichtige
Voraussetzung sei die Profitabilität des österreichischen
Bankensektors, um das Finanzsystem zu stabilisieren. Der Bankkredit
werde weiterhin die wichtigste Quelle zur Refinanzierung der
Unternehmen bleiben. Polster plädiert dafür, alternative
Refinanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen anzubieten, etwa
Venture Capital, Eurobonds, Private Placement, Mezzanin-Finanzierung
oder Verbriefung.
(Schluss) cri/ggr
ISIN DE0005140008
WEB www.heta-asset-resolution.com
https://www.deutsche-bank.de/index.htm