Teak Holz: Verhandlungen über Brückenkredit in "finaler Phase"
Ohne frisches Geld droht dem Plantagenbetreiber die Insolvenz
- Zuletzt Stillhalteabkommen mit Gläubigern vereinbart - De
Krassny: Verhandlungen schwierig und noch lange nicht zu Ende
Der tief in der Krise steckende Linzer
Plantagenbetreiber Teak Holz International AG (THI) will "in den
nächsten Tagen" eine Zwischenfinanzierung präsentieren. Die
Verhandlungen seien in der finalen Phase, hieß es am Donnerstag vom
Unternehmen auf APA-Anfrage. Eigentlich wollte Teak Holz den
Überbrückungskredit bereits in der Woche nach der
Krisen-Hauptversammlung vom 11. Februar abschließen.Mit dem Geld soll Teak Holz laut früheren Angaben zumindest bis
Ende April zahlungsfähig bleiben und somit Spielraum für
Verhandlungen mit Investoren oder Käufern erhalten. Aber die Zeit
drängt: Ende August wird eine 15,6 Mio. Euro schwere Wandelanleihe
fällig. Anleihegläubigerin Isabella de Krassny am Donnerstag: "Die
Verhandlungen sind schwierig und noch lange nicht zu Ende." Mit den
Gläubigern wurde laut de Krassny nach mehreren Treffen zuletzt ein
Stillhalteabkommen vereinbart, "um dem Unternehmen eine Atempause zu
gewähren", wie sie zur APA sagte. Damit verzichten die Gläubiger
vorübergehend auf die Tilgung der Schulden.
Schon zuletzt wurde Teak Holz nur noch zu sehr hohen Zinsen Geld
geliehen. Laut "profil" verlangte das monegassische Investmenthaus
Venus Capital Management Ende 2014 für einen 2,5 Mio. Euro schweren
Kreditrahmen Zinsen in der Höhe von 24,5 Prozent. Laut
"WirtschaftsBlatt" bekam Venus zudem ein Pfandrecht über 7,23 Mio.
US-Dollar (6,83 Mio. Euro). Vorstand Franz Fraundorfer sagte, es
handle sich dabei nicht um ein klassisches Darlehen, sondern um
einen Terminkontrakt auf das Holz.
Die akuten Probleme von Teak Holz haben im Dezember 2014
begonnen, als der Vorstand mitteilte, dass auf den Plantagen in
Costa Rica nur 660.000 Teakbäume stehen, bei den Bilanzen in den
Vorjahren war man von 1,3 Millionen Bäumen ausgegangen. Beim
Börsengang 2007 war sogar noch von über 2 Millionen Teakbäumen die
Rede. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2013/14, das am 30.
September endete, wurde daraufhin auf unbestimmte Zeit verschoben,
weil die Wirtschaftsprüfer derzeit keine positive
Fortbestandsprognose ("going concern") abgeben können. Seit
vergangener Woche hat Teak Holz mit dem Sanierer Thomas Jakobowitz
für vorerst drei Monate einen zweiten Vorstand.
Scheitert die Sanierung, steht der Plantagenbetreiber vor der
Pleite. Die Aktionäre würden dann durch die Finger schauen. Für den
Fall einer Zerschlagung reiche der Wert des Teakholzes nicht aus, um
alle Schulden in der Höhe von 31,7 Mio. Euro zu bedienen, sagte
Fraundorfer auf der außerordentlichen Hauptversammlung im Februar.
Einen Verkauf der Plantagen haben die Aktionäre abgelehnt.
In den Gesprächen mit Gläubigern und Investoren strebt das
Unternehmen eine Restrukturierung auch über einen Kapitalschnitt und
eine Kapitalerhöhung an. Daneben wird trotz "Nein" der Aktionäre
weiter ein Teil- oder Komplettverkauf der Plantagen sondiert. Bei
konkreten Angeboten soll in einer weiteren Hauptversammlung erneut
darüber abstimmt werden.
(Schluss) pro/kre
ISIN AT0TEAKHOLZ8
WEB http://www.teak-ag.com