Bank Austria will Ukraine-Bank heuer verkaufen
Erfolg hängt aber von weiterer politischer Entwicklung ab
Die Bank Austria hofft, ihre ukrainische
Banktochter Ukrsotsbank heuer verkaufen zu können. Das sagte
Bankchef Willibald Cernko am Donnerstag bei der
Jahrespressekonferenz.Der Verkaufsprozess könne freilich nicht ohne Rücksichtnahme auf
die weitere Entwicklung im Russland-Ukraine-Konflikt abgehen. Eine
Deeskalation wäre der Schlüssel auch für dieses Vorhaben. Laut
Cernko werden Verkaufsgespräche geführt. Mit wem sagte er weiter
nicht.
Die Ukraine Bank hat aktuell rund 1,4 Mrd. Euro an Krediten
vergeben. In der Konzernergebnisrechnung der Bank Austria schlug
sich die Ukrsotsbank 2014 mit einem Verlust von 152 Mio. Euro
nieder. Die Bilanzsumme der ukrainischen Bank mit rund 5.000
Beschäftigten lag zuletzt bei 2,4 Mrd. Euro.
Aus Russland wird die Bank Austria nicht aussteigen. Die dortige
Tochterbank warf laut vorläufigen Zahlen 2014 (wechselkursbereinigt)
rund 447 Mio. Euro Vorsteuergewinn ab. Cernko erwartet für das
Russlandgeschäft auch 2015 Gewinn, vorausgesetzt es tritt kein
Schreckensszenarien ein. Das Bankrisiko dort gilt dem Vorstand als
beherrschbar, das Kundenportfolio und die Assetqualität seien gut.
In Russland hat die Bank Austria knapp 11 Mrd. Euro an Krediten
draußen. Zugleich liegen in der Russlandtochter rund 12 Mrd. Euro an
Einlagen. Das heiße, es gehe dafür kein Geld (Funding) von Wien aus
hinaus. Die Bilanzsumme im russischen Geschäft wird mit 18 Mrd. Euro
beziffert.
Die Währungsabstürze von Rubel und Griwna haben aber in der Bank
Austria-Bilanz wieder ihre Spuren gezogen. Die Währungsabwertungen
belasteten das Eigenkapital 2014 mit mehr als einer Milliarde Euro.
(Schluss) rf/phs
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