HSBC-Skandal - Attac kritisiert Österreichs Umgang mit Steuersündern

ALLGEMEINES

→ Chart → Stammdaten → Forum

HSBC-Skandal - Attac kritisiert Österreichs Umgang mit Steuersündern


Automatischer Informationsaustausch geht Globalisierungskritikern nicht weit genug



Dass Österreich im Skandal um die seit 2010 kursierende Liste mit möglichen Steuersündern, die beim Schweiz-Ableger der HSBC-Bank Konten hatten, erst gestern bei den französischen Steuerbehörden um die Daten angefragt hat, ist für die Globalisierungskritiker von Attac symptomatisch für Österreichs laxen Umgang mit Steuerbetrügern.

Das sei kaum verwunderlich, habe Österreich doch den automatischen Informationsaustausch der Steuerbehörden in der EU jahrelang blockiert und nur auf Druck von außen eingelenkt, so David Walch von Attac in einer Aussendung am Donnerstag. Aber auch Länder, die die von einem Ex-Bankmitarbeiter entwendeten "Swiss-Leaks"-Daten bereits erhalten haben, seien säumig. Bisher seien Steuerhinterzieher lediglich in Frankreich, Spanien und Indien angeklagt worden, in Großbritannien habe es nur eine Strafverfolgung gegeben.

Der vergangenen Oktober beschlossene automatische Informationsaustausch zwischen 51 Ländern werde es zwar ab 2017 erschweren, im Ausland geparktes Geld zu verstecken, aber es gebe noch Schlupflöcher. Attac fordert öffentliche Register, die die wirtschaftlich Begünstigten von Briefkastenfirmen, Trusts und Stiftungen offenlegen.

In Österreich kam Steuersündern, die ihr Geld in der Schweiz liegen hatten, das Bankgeheimnis im eigenen Land zugute - trotz Steuerabkommen: Von der Unterzeichnung des Übereinkommens im April 2012 bis zum Inkrafttreten zu Jahresbeginn 2013 konnten Steuerpflichtige ihr Vermögen noch schnell aus der Eidgenossenschaft abziehen. Um diesen "Abschleichern" rückwirkend aufzuspüren, hat Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) im Dezember eine Gruppenanfrage an Bern geschickt, ist aber einen Medienbericht zufolge abgeblitzt. Laut den Schweizer Steuerbehörden sind Gruppenanfragen grundsätzlich für den Zeitraum ab 1. Februar 2013 möglich. Eine offizielle Antwort zum konkreten Ersuchen ist aber noch ausständig.

Auf der HSBC-Liste finden sich auch ein paar hundert Namen von Personen aus Österreich bzw. mit Bezug zu Österreich, darunter laut "News" auch Prominente wie zwei Mitglieder der Swarovski-Familie, Martin Schlaff, die Salzburger Industrielle Karin Exner-Wöhrer, Bankerin Sonja Kohn oder "Jones"-Chef Gabor Rose. Sie betonten, nichts Unrechtes getan zu haben, großteils haben sie ihre Konten bei der Schweizer HSBC schon aufgelöst.

(Schluss) snu/gru

 ISIN  GB0005405286
 WEB   http://www.hsbc.com




ATX (Wiener Börse Index) : 5787.12 -0.4% ATX Intraday Chart Börse Wien
          [Aktienkurse >>]

BÖRSE-NEWS
Andritz — Andritz erhält Großauftrag für Papiermaschine in Algerien
Josef Manner — Manner-Gewinn 2025 deutlich gesunken
Agrana — Agrana schloss Übernahme von Lebensmittelhersteller Mercator-Emba ab
Verbund — Verbund - Deutsche Bank senkt Kursziel leicht von 56,0 auf 55,0 Euro
Allgemeines — Telekom Austria - Deutsche Bank bestätigt Einstufung "Hold"
Andritz — Andritz - Erste Group erhöht Kursziel von 71,9 auf 86,0 Euro
Allgemeines — Amazon will im oberösterreichischen Reichersberg investieren -Zeitung
Allgemeines — AUA springt nach Lufthansa-Streichungen mit mehr Flügen in Bresche
Allgemeines — AUA springt nach Lufthansa-Streichungen mit mehr Flügen in Bresche
Allgemeines — Autozulieferer Nemak plant Werkschließung in NÖ, 330 Jobs betroffen
Telekom Austria — Telekom Austria dank Geschäft in CEE im ersten Quartal im Aufwind
Kapital&Wert — Purgstaller als Vorstand bei Wiener Privatbank bestellt
Telekom Austria — Telekom Austria dank Geschäft in CEE im ersten Quartal im Aufwind
Allgemeines — Billig-Airline Ryanair droht und lockt Österreichs Regierung
   [weitere News >>]