Teak-Holz-Vorstand: Holzwert deckt Schulden von 31,7 Mio. Euro nicht
Anleihe über 15,6 Mio. Euro wird Ende August fällig - Vorstand
holt derzeit Verkaufsangebote ein - Fraundorfer: Frühere
Gutachten nicht plausibel - Massive Kritik von Anlegern
Der Linzer Plantagenbetreiber Teak Holz
International (HV) blickt in eine ungewisse Zukunft: Für den Fall
einer Zerschlagung reiche der derzeitige Wert des Teakholzes nicht
aus, um alle Schulden in der Höhe von 31,7 Mio. Euro zu bedienen,
sagte Vorstand Franz Fraundorfer am Mittwoch in einer
außerordentlichen Hauptversammlung.Wie viel die Plantagen in Costa Rica als solche wert sind, lasse
sich nur schwer ermitteln. Fraundorfer holt derzeit mit einer
deutschen Investmentbank Verkaufsangebote ein. Die Aktionäre sollen
heute, Mittwoch, über einen solchen Verkauf im Falle des Falles
abstimmen. Über einen tatsächlichen Verkauf soll in einer weiteren
Hauptversammlung erneut abgestimmt werden, so Fraundorfer. Er will
damit den Aktionärsvorwurf eines Abverkaufs an Schnäppchenjäger
entkräften.
Parallel wird mit den Gläubigern verhandelt. Es gehe dabei um
einen Tausch von Finanzierungen, so Fraundorfer. Hauptgläubiger sind
die Zeichner einer 15,6 Mio. Euro schweren
Wandelschuldverschreibung, sowie Banken mit 9 Mio. Euro. Fraundorfer
geht davon aus, dass die Gespräche mit Investoren und Gläubigern
über die Restrukturierung bis in den April hinein dauern werden. Die
Zeit drängt: Die Wandelanleihe ist am 31. August 2015 fällig.
Fraundorfer erklärte den Eigentümern in der Hauptversammlung,
dass das Gutachten aus 2006 vor dem Börsengang nicht plausibel
erscheint, auch weitere Gutachten und Berichte sind für den
nunmehrigen, mittlerweile neunten Vorstand nicht nachvollziehbar. Er
schockierte die Anleger im Dezember 2014 damit, dass es nur rund
660.000 Bäume gibt und nicht 1,3 Millionen wie bisher angenommen.
Beim Börsengang war sogar noch von über 2 Millionen Teakbäumen die
Rede.
Laut den Angaben auf der Hauptversammlung stehen auf den
Plantagen nur 661.904 Teakbäume, vollständig gezählt wurde
allerdings erneut nicht. Die Zahlen beruhen auf Vollzählungen sowie
Teilzählungen, so Fraundorfer. Die Pflanzfläche beträgt demnach
1.028,8 Hektar, die Gesamtfläche der Plantagen macht 1.934 Hektar
aus. Diebstähle oder Waldbrände als Ursachen für den massiven
Baumschwund werden ausgeschlossen.
Vonseiten der Anleger hagelte es heftige Kritik: "Es ist viel
dramatischer als vermutet, das ganze Geld ist in den Sand gesetzt
worden", sagte ein Aktionär, der rund 100.000 Euro investiert hatte,
in einer Wortmeldung. Von einer Abwicklung hätten die Aktionäre
nichts, es würden nur die Gläubiger bedient. Er forderte Aufklärung
und "die Leute zur Haftung zu bringen". Die Aktionäre seien
abgezockt worden. Fraundorfer wehrte sich gegen die pauschale
Kritik, er sei erst seit 2013 an Bord. Er könne die Emotionen aber
verstehen.
Die Teak Holz International AG hatte die für heute geplante
Vorlage der Erstquartalszahlen des Geschäftsjahres 2014/15
verschoben. Auch der Jahresabschluss für 2013/14 wurde auf
unbestimmte Zeit verschoben. Weil die Finanzierung bis zur Ernte
vorerst nicht mehr angenommen werden könne, müsste nach dem
Zerschlagungswert bilanziert werden, sagte Fraundorfer.
(Forts. mögl.) pro/kan
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