Siemens streicht 2 - Keine Angaben zu Österreich
Derzeit 10.400 Siemens-Österreich-Beschäftigte - Offizielle
Zahlen am Freitag erwartet
Ob und wie Österreich von
dem berichteten Stellenabbau bei Siemens betroffen ist, das war
heute in der Zentrale von Siemens Österreich in Wien nicht zu
erfahren. Vermutlich werden morgen, Freitag, in der Konzernzentrale
in München offizielle Angaben zum Jobabbau gemacht.Derzeit sind in Österreich 10.400 Personen beim Elektrokonzern
beschäftigt. In dieser Zahl sind die Beschäftigten der Linzer VAI,
die als Joint Venture von Siemens und Mitsubishi geführt wird, nicht
mehr dabei.
Der deutsche Traditionskonzern setzt damit seinen Dauer-Umbau
fort. Siemens-Chef Joe Kaeser will den Elektrokonzern schlanker,
effizienter und kundennäher machen. Dafür hat er die Einteilung des
Geschäfts in Sektoren aufgehoben und die Zahl der Divisionen von 16
auf 9 gekappt. Die Medizintechnik soll verselbstständigt werden.
Aktivitäten wie die Hörgerätesparte oder der Anteil am
Haushaltsgerätehersteller BSH wurden verkauft. Geschäftlich will
Kaeser den Konzern auf Elektrifizierung, Automatisierung und
Digitalisierung ausrichten.
In der Belegschaft wird befürchtet, dass der Abbau wegen der
Investitionszurückhaltung in der Förderindustrie noch umfangreicher
ausfallen könnte. Hinzu kommt die Sorge vor Kaesers Plänen im Umgang
mit unrentablen Geschäftsfeldern. Der Manager hatte zuletzt
angekündigt, spätestens bis Mai darüber zu entscheiden, was mit
Einheiten passiert, die keinen Gewinn schreiben.
Bereits seit Monaten wurde spekuliert, dass durch den Umbau
tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen dürften. Die Schätzungen
reichten dabei von 5.000 bis 15.000 Stellen. Kaeser selbst hatte
erklärt, dass zunächst die Arbeitnehmervertreter im
Wirtschaftsausschuss, dann die Mitarbeiter und schließlich die
Öffentlichkeit informiert werden sollten.
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September)
sank der Gewinn von Siemens um ein Viertel auf 1,1 Mrd. Euro ab -
deutlich stärker als von Analysten erwartet. Bei der
Veröffentlichung der Zahlen Ende Jänner führte Siemens den
Gewinnschwund unter anderem auf die niedrigen Zinsen und den
schwachen Euro zurück. Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Quartal
um drei Prozent auf 17,4 Mrd. Euro, aber der Auftragseingang ging um
13 Prozent auf rund 18 Mrd. Euro zurück. Für das Gesamtjahr will
Kaeser den Gewinn je Aktie um mindestens 15 Prozent steigern und
eine operative Marge zwischen zehn und elf Prozent erreichen. Wegen
der starken Ausrichtung des Konzerns auf die Öl- und Gasbranche
macht Siemens derzeit vor allem der Verfall des Ölpreises zu
schaffen.
(Forts. mögl.) gru/cs
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