Wiener Bim-Auftrag - Siemens-Betriebsrat fürchtet Druck auf Standort
"Megabrocken an Fertigungsstunden, der da wegbricht" - Ortet
Erklärungsbedarf gegenüber deutscher Zentrale
Der vom Verwaltungsgericht am gestrigen
Donnerstag abgewiesene Einspruch gegen die Vergabe des Wiener
Straßenbahn-Großauftrags an Bombardier drückt beim Siemens-Personal
auf die Stimmung. "Wir sind natürlich sehr enttäuscht", sagte
Betriebsratschef Franz Schuh am Freitag zur APA. Er fürchtet nun,
dass der Firmenstandort in Simmering unter Druck kommen wird."Das ist ein Megabrocken an Fertigungsstunden, der da wegbricht",
gab Schuh zu bedenken. In Mannstärke umgerecht, seien rund 100 von
1.500 mit Arbeiten rund um den ULF beschäftigt. Dieses
Niederflurmodell liefert Siemens seit den 1990er-Jahren an die
Wiener Linien. 45 Züge aus der letzten Bestellung stehen noch aus
und sollen bis Ende 2017 geliefert werden. Danach folgt die
"Flexity"-Flotte von Bombardier.
Die erwartbaren Ausfälle ab 2018 "müssen wir durch andere
Aufträge wettmachen", zeigte sich der Betriebsratsvorsitzende
zukunftsorientiert. "Aber wenn man die Aufträge in der eigenen Stadt
nicht absichern kann, gibt es natürlich schon einen gewissen
Erklärungsbedarf gegenüber Deutschland", spielte Schuh auf die
Zentrale in München an. Denn immerhin seien in den Wiener Standort
erst vor geraumer Zeit 49 Mio. Euro für den Ausbau investiert
worden.
(Schluss) rie/mac/kan
ISIN DE0007236101
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