Notenbanken driften auseinander

ALLGEMEINES

→ Chart → Stammdaten → Forum

Notenbanken driften auseinander


„Die Renditen kurzfristiger US-Staatsanleihen werden vermutlich in naher Zukunft relativ zu den Renditen in Europa deutlich ansteigen. Dies dürfte den Euro auf ein Mehrjahrestief im Vergleich zum US-Dollar drücken.“ Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

Der Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers jährt sich in wenigen Tagen zum sechsten Mal. Nicht alle Volkswirtschaften haben sich im selben Maß von diesem Schock erholt. Das verdeutlicht der Blick auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Während Deutschland und die USA bereits Ende 2010 Wirtschaftsdaten vorlegten, die über denen des Jahres 2007 lagen, taten sich andere Länder schwerer. In den so genannten Peripheriestaaten Südeuropas etwa liegt das BIP noch immer fünf bis zehn Prozent unter dem Wert aus 2007.

Auch für diese Länder zeichnet sich allerdings Licht am Ende des Tunnels ab, wie Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, erklärt: „Den Unternehmen im Mittelmeerraum und in Portugal kommt die jüngste Entwicklung am Devisenmarkt gelegen. Erstmals seit mehr als einem Jahr rutschte der Euro unter die Marke von 1,30 Dollar. Ein schwacher Euro unterstützt die Geschäfte der europäischen Exporteure, weil er die Weltmarktpreise für ihre Produkte drückt.“ Einiges spreche nun dafür, dass sich dieser Trend in den kommenden Monaten noch verstärke. So zeichne sich derzeit ein dauerhaftes und spürbares Auseinanderdriften der Geldpolitik der großen Notenbanken ab. Während die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt neben einer weiteren Zinssenkung um zehn Basispunkte auch den Kauf forderungsbesicherter Wertpapiere (Asset Backed Securities, kurz ABS) ankündigte, dürfte es für die US-Notenbank Federal Reserve und die Bank of England (BoE) angesichts der st abilen Konjunkturentwicklung Ernst werden mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik, so Iggo.

Die langfristigen Anleiherenditen haben die unterschiedliche Entwicklung in den USA und Euroland bereits vorweggenommen. Die zehnjährigen US-Treasuries rentieren schon fast 150 Basispunkte über den entsprechenden Bundesanleihen und bei den zweijährigen Papieren kam es in den vergangenen Wochen ebenfalls zu einem spürbaren Anstieg der Renditeabstände zwischen US-Treasuries und Bundesanleihen. Wenn BoE und Fed nun an der Zinsschraube drehen, könnte sich diese Entwicklung fortsetzen, erklärt Iggo: „Die Renditen kurzfristiger US-Staatsanleihen werden vermutlich in naher Zukunft relativ zu den Renditen in Europa deutlich ansteigen. Dies dürfte den Euro auf ein Mehrjahrestief im Vergleich zum US-Dollar drücken.“




ATX (Wiener Börse Index) : 5809.61 -0.7% ATX Intraday Chart Börse Wien
          [Aktienkurse >>]

BÖRSE-NEWS
Allgemeines — Amazon will im oberösterreichischen Reichersberg investieren -Zeitung
Allgemeines — AUA springt nach Lufthansa-Streichungen mit mehr Flügen in Bresche
Allgemeines — AUA springt nach Lufthansa-Streichungen mit mehr Flügen in Bresche
Allgemeines — Autozulieferer Nemak plant Werkschließung in NÖ, 330 Jobs betroffen
Telekom Austria — Telekom Austria dank Geschäft in CEE im ersten Quartal im Aufwind
Kapital&Wert — Purgstaller als Vorstand bei Wiener Privatbank bestellt
Telekom Austria — Telekom Austria dank Geschäft in CEE im ersten Quartal im Aufwind
Allgemeines — Billig-Airline Ryanair droht und lockt Österreichs Regierung
Allgemeines — Billig-Airline Ryanair droht und lockt Österreichs Regierung
Agrana — Agrana - Erste Group erhöht Kursziel leicht von 12,5 auf 12,7 Euro
BAWAG — BAWAG will Irland-Übernahme in Q4 2026 oder Q1 2027 abschließen
Raiffeisen Bank International — RBI - Barclays erhöht Kursziel leicht von 39,0 auf 40,0 Euro
Erste Group Bank — Erste Group - Barclays erhöht Kursziel von 119 auf 123 Euro
BAWAG — BAWAG-Expansion schiebt Gewinn im 1. Quartal weiter an
   [weitere News >>]