Strompreisindex (ÖSPI) der Österreichischen Energieagentur weiterhin rückläufig
Der Strompreisindex beträgt für Juli 2014 71,14, das entspricht dem niedrigsten Stand seit neun Jahren. Damit setzt sich der rückläufige Entwicklungstrend seit Beginn 2012 weiter fort.
Der von der Österreichischen Energieagentur berechnete
Strompreisindex beträgt für Juli 2014 71,14 (Basisjahr 2006 = 100),
das entspricht dem niedrigsten Stand seit neun Jahren. Damit setzt
sich der rückläufige Entwicklungstrend seit Jahresbeginn 2012 weiter
fort. Der Index für Grundlast beträgt 73,25, jener für Spitzenlast
66,64.
Laut den Berechnungen der Österreichischen Energieagentur sinkt
der ÖSPI im Juli 2014 gegenüber dem Vormonat um 0,6 %.
Im Vergleich zum Juli des Vorjahres ist ein Rückgang von 16,3 % zu
erwarten.
Im Durchschnitt der ersten sieben Monate sinkt der ÖSPI aber
geringer als im Vergleich zu 2013. Während der ÖSPI im Durschnitt
Jänner-Juli 2013 um 1,7% nachgab, ging er im gleichen Zeitraum dieses
Jahres um 0,9 % zurück.
Für Grundlast wird gegenüber dem Vormonat ein Absinken um 0,5 %
und gegenüber Juli 2013 ein Rückgang um 16,9 % erwartet. Bei
Spitzenlast erwartet man im Monatsvergleich ebenfalls ein Nachlassen
von 0,8 %, im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 14,8 %.
Der ÖSPI wird nach einer standardisierten Methode und auf Basis
der Notierungen an der Energie-Börse EEX in Leipzig berechnet.
Grundlage des ÖSPI sind die Marktpreise für Strompreis-Futures der
kommenden vier Quartale. Sie sind gleichzeitig ein Indikator für die
zu erwartende Entwicklung des Strompreises. Konkret werden neben den
Werten für Grundlast, also der regelmäßigen, bandförmigen
Stromlieferung auch die Werte für Spitzenlast zur Berechnung
herangezogen.
Der ÖSPI zeigt an, um wie viel Prozent sich der Einkaufspreis für
Strom im kommenden Monat gegenüber der Basisperiode, dem Vormonat und
dem Vorjahr auf Grundlage eines fiktiven Beschaffungsverhaltens
verändert. Der Durchschnitt der Strompreise aus dem Jahr 2006 ist die
Basis für den Strompreisindex (Basisjahr 2006 = 100). Der ÖSPI bildet
nur die reine Energiekomponente ab. Der Gesamtpreis für Strom teilt
sich beim Endkonsumenten mit mehr als 40 % auf die Energiekomponente
und zu knapp 60 % auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf. Weitere
Faktoren, die den Strompreis beeinflussen - wie beispielsweise die
Beschaffungsstrategien der Energieversorger - werden im ÖSPI nicht
berücksichtigt. Ein Steigen bzw. Fallen des ÖSPI lässt daher nur eine
entsprechend geringere Erhöhung bzw. Senkung des gesamten
Strompreises erwarten. Mit dem ÖSPI kann keine Aussage getroffen
werden, wie die Energieanbieter ihre Preise gegenüber den Endkunden
tatsächlich gestalten.
Eine grafische Darstellung der Entwicklung des Strompreisindex von
Mai 2003 bis Juli 2014 steht auf
www.energyagency.at zum Download
bereit. Die Zeitreihen zum ÖSPI, getrennt nach Grund- und
Spitzenlast, sind ebenfalls auf der Website der Österreichischen
Energieagentur angeführt.