In der Wachstumsflaute Industrieregionen bevorzugt
Die Wirtschaft in den Bundesländern 2013
Die Bruttowertschöpfung wuchs im Jahr 2013 in allen
Bundesländern schwach, weil vom Export als traditionell wichtigem
Wachstumstreiber kaum Impulse ausgingen. Von der Aufhellung der
nationalen und internationalen Konjunktur im 2. Halbjahr profitierten
die Industrieregionen; sie erzielten deshalb 2013 insgesamt einen
leichten Wachstumsvorsprung. Auf dem Arbeitsmarkt schlug sich die
Konjunkturschwäche in einer nur geringen Ausweitung der Beschäftigung
und einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit nieder, der in
städtischen Gebieten tendenziell intensiver verlief.
Nach der deutlichen Konjunkturabschwächung im Jahr 2012 kam das
Wachstum der Wirtschaftsleistung in Österreich 2013 fast zum
Erliegen. Insgesamt litt Österreichs Wirtschaft bis in den Herbst
2013 vor allem unter dem Ausbleiben außenwirtschaftlicher Impulse.
Die exportorientierte heimische Industrie, in Zeiten stärkerer
Konjunkturdynamik traditionell ein Treiber des gesamtwirtschaftlichen
Wachstums, konnte diese Rolle im Jahr 2013 nicht wahrnehmen. Die
Investitionen und der private Konsum schrumpften im
Vorjahresvergleich sogar. Trotz der mäßigen Preisentwicklung in
vielen Bereichen des privaten Konsums stagnierten die Ausgaben der
privaten Haushalte. Der öffentliche Konsum sank leicht um 0,1%. Die
Lage auf dem österreichischen Arbeitsmarkt trübte sich im Jahr 2013
als Folge der Konjunkturschwäche allgemein ein. Das
Beschäftigungswachstum betrug im Jahresdurchschnitt nur noch 0,6%,
nach +1,4% im Vorjahr. Gleichzeitig nahm das Arbeitskräfteangebot zu,
sodass sich die Arbeitslosigkeit österreichweit um 10,2% erhöhte. Die
Arbeitslosenquote stieg von 7,0% 2012 auf 7,6% im Jahr 2013.
Die Wertschöpfung entwickelte sich in den meisten
Wirtschaftsbereichen im Jahr 2013 nur schwach positiv oder sogar
negativ. Positive Wachstumsbeiträge lieferten die Energie- und
Wasserversorgung (Bruttowertschöpfung real +12,7%, Wachstumsbeitrag
+0,36 Prozentpunkte), die öffentliche Verwaltung (+1,0%, +0,18
Prozentpunkte), die sonstigen Dienstleistungen (+1,3%, +0,03
Prozentpunkte) und die Sachgütererzeugung (+1,1%, +0,23
Prozentpunkte). Andere wichtige Sektoren büßten 2013 an Dynamik ein,
etwa das Kredit- und Versicherungswesen (+/-0,0%, 2012 +2,7%), trotz
einer guten Entwicklung von Ankünften und Nächtigungen der Sektor
Beherbergung und Gastronomie (-2,2%, 2012 +1,6%) sowie die
Bauwirtschaft (+0,2%, 2012 +0,8%). Insbesondere der Tiefbau
entwickelte sich schwach. Die Sachgütererzeugung lieferte auch im
Jahr 2013 trotz der teilweise mäßigen Wertschöpfungsentwicklung
aufgrund ihrer großen Bedeutung für die österreichische
Gesamtwirtschaft den größten Wachstumsbeitrag der
Wirtschaftsbereiche. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte
profitierte sie von der Verbesserung der Exportnachfrage.
Die Entwicklungsdynamik unterschied sich 2013 zwischen den
Großregionen Österreichs wenig, zwischen den Bundesländern
deutlicher. Jedenfalls wiesen Regionen und Bundesländer mit einem
Schwerpunkt in der - dynamischeren - Sachgütererzeugung im 2.
Halbjahr 2013 einen leichten Wachstumsvorsprung auf. Mit jeweils
+0,7% wuchs die Wertschöpfung in der West und der Südregion
überdurchschnittlich. Im Süden trug die steirische
(Fahrzeug-)Industrie erheblich dazu bei. In der Ostregion, in der
sich der Dienstleistungsbereich überdurchschnittlich entwickelte,
blieb das Wachstum mit +0,4% knapp unter dem Mittelwert der
Bundesländer (+0,5%).
Das Burgenland erzielte 2013 mit +1,7% erneut das stärkste
Wachstum unter den Bundesländern. Die Wirtschaft profitierte dabei
von einer weit überdurchschnittlichen Expansion der
Bruttowertschöpfung in der regionalen Sachgütererzeugung
(Wachstumsbeitrag +1,1 Prozentpunkte), der auf einen Sondereffekt
zurückzuführen war (innerösterreichische Betriebsverlagerung).
Kräftig fiel das Wachstum im Jahr 2013 auch in den
industrieintensiven Regionalwirtschaften Vorarlbergs (+1,2%),
Oberösterreichs und der Steiermark aus (jeweils +0,9%). Auch hier
trug die Sachgütererzeugung wesentlich dazu bei. Leicht
überdurchschnittlich verlief die Konjunktur in Tirol (+0,6%),
gestützt insbesondere durch die positive Entwicklung der Energie- und
Wasserversorgung, der öffentlichen sowie öffentlich-finanzierten
Dienstleistungen.
Kaum über den Vorjahreswert stieg die Bruttowertschöpfung 2013 in
Niederösterreich (+0,2%), Kärnten (+0,1%) und Salzburg (+0,0%).
Geringe positive Impulse kamen in diesen Bundesländern neben der
Energie- und Wasserversorgung fast ausschließlich von den
öffentlichen Diensten sowie dem Grundstücks- und Wohnungswesen. Die
Wertschöpfung im für Niederösterreich und Salzburg bedeutenden Handel
sank, ebenso die des Sektors Beherbergung und Gastronomie in Salzburg
und Kärnten.
In Wien entsprach das Wachstum im Jahr 2013 weitgehend dem
Österreich-Durchschnitt (+0,4%). Die Industrie wurde im Gegensatz zur
Steiermark, zu Oberösterreich oder Vorarlberg nicht von einer
Aufwärtsbewegung erfasst. Dagegen verlief die Konjunktur im Kredit-
und Versicherungswesen sowie den sonstigen und den sonstigen
wirtschaftlichen Dienstleistungen besser als im Durchschnitt der
Bundesländer. Auch die öffentlichen Dienste lieferten neben der
Energie- und Wasserversorgung einen größeren Beitrag zum schwachen
Wachstum in Wien. In der Verwaltung und den öffentlich finanzierten
Diensten, aber auch den Dienstleistungen der Informationstechnologien
wurde die Beschäftigung entsprechend überdurchschnittlich ausgeweitet
(Wien insgesamt +0,6%).
Abbildung 1: Bruttowertschöpfung 2013 - auf der WIFO-Website
(
http://www.wifo.ac.at/publikationen/pressenotizen)
Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
5/2014 (
http://monatsberichte.wifo.ac.at/47241)