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AllianzGI-Studie: Schwellenländer fundamental stärker als 1997
- Seit 1997: Verdoppelung der Devisenreserven, Staatsschulden reduziert
- Problemfeld: Rasante Entwicklung der privaten Verschuldung
- Rendite: Schwellenländer-Anleihen auf Augenhöhe mit US-Aktien
- Chancen für Anleger: Selektive Investments und langer Atem
Rund ein Drittel des seit Ende 2008 in Schwellenländeranleihen
investierten Kapitals wurde in den letzten neun Monaten abgezogen, in
erster Linie von Privatanlegern, welche die Situation an den Märkten
mit der Asienkrise 1997 zu vergleichen schienen. Zu Unrecht, wie eine
aktuelle Studie von Allianz Global Investors zeigt. "Die fundamentale
Situation in den meisten Schwellenländern ist heutzutage nicht
vergleichbar mit der Situation Mitte der 1990er Jahre. Viele
Wachstumsländer haben größtenteils ihre Leistungsbilanzdefizite in
Leistungsbilanzüberschüsse verkehrt und ausreichend Devisenreserven
angehäuft", kommentiert Martin Bruckner, Vorstandsmitglied der
Allianz Investmentbank und Chief Investment Officer der Allianz
Gruppe in Österreich, die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung.
Devisenreserven mehr als verdoppelt, Staatsschulden um ein
Drittel gesenkt
Wirft man einen Blick auf volkswirtschaftliche Indikatoren, so
lassen sich bei den Emerging Markets einige positive Entwicklungen
seit 1997 feststellen: Das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer
liegt deutlich über jenem der Industrieländer, auch der Anteil am
globalen Bruttoinlandsprodukt hat sich von 1997 auf 2013 auf knapp 40
Prozent verdoppelt. Verfügten die aufstrebenden Staaten noch Mitte
der 1990er Jahre über lediglich rund 30 Prozent der weltweiten
Devisenreserven, so sind es mittlerweile knapp 70 Prozent. Ebenso
stellt sich die Situation bei der Auslandsverschuldung dar: Lag die
gesamte Auslandsverschuldung vieler Emerging Markets bei 36 Prozent
des BIP, liegt sie aktuell auf 25 Prozent des BIP, nahe einem
30-Jahrestief. Länderbezogen weist beispielsweise Thailand eine
Auslandsverschuldung von 36 Prozent des BIP aus, nach über 70 Prozent
im Jahr 1997. Ähnlich Indonesien, wo sich die Auslandsverschuldung im
selben Zeitraum von über 60 Prozent auf unter 30 Prozent mehr als
halbiert hat. In asiatischen Schwellenländern fallen einzig
Indonesien und Indien aus der Reihe: Sie weisen laut IWF nach wie vor
ein Leistungsbilanzdefizit aus, das sich im Vergleich zu Mitte der
1990er Jahre sogar noch ausgeweitet hat. Ähnlich sieht es auch mit
den Leistungsbilanzen Brasiliens, Südafrikas und der Türkei aus.
Problemfeld: Schnelles Wachstum der privaten Verschuldung
Auch wenn sich die Fundamentaldaten von Schwellenländern im
letzten Jahrzehnt deutlich verbessert haben und viele Schwellenländer
inzwischen als "Investment Grade" eingestuft werden, gibt das rasante
private Schuldenwachstum in Teilen der Emerging Markets Grund zu
Besorgnis: So erhöhte sich die Privatverschuldung beispielsweise in
der Türkei von Ende 2007 bis zum zweiten Quartal 2013 um 24
Prozentpunkte auf 65 Prozent des BIP. Eine ähnliche Entwicklung wurde
auch in Brasilien und Malaysia (Anstieg um jeweils 28 Prozentpunkte
auf 74 Prozent bzw. 137 Prozent des BIP), Thailand (Anstieg um 26 auf
123 Prozent des BIP), Singapur (Anstieg um 29 Prozentpunkte auf 136
Prozent des BIP) sowie in China und Hongkong beobachtet. Bei den
beiden Letzteren stieg die private Verschuldung gar um 63
Prozentpunkte auf über 180 Prozent bzw. 67 Prozentpunkte auf über 260
Prozent des BIP, so die Studie.
Rendite: Schwellenländeranleihen auf Augenhöhe mit US-Aktien
Aufgrund der von Land zu Land unterschiedlichen wirtschaftlichen
Entwicklungen empfiehlt es sich, bei Investments innerhalb der
Emerging Markets sehr selektiv vorzugehen. "Aktives Management ist
entscheidend. Schwellenländeranleihen stellen eine gute Ergänzung in
jedem Anlegerportfolio dar", erklärt Stefan Scheurer, Studienautor
bei Allianz Global Investors. Vor allem institutionelle Anleger
scheinen die Vorteile von Schwellenländeranleihen erkannt zu haben:
Von 2003 bis 2013 haben Staatsanleihen und Unternehmensanleihen aus
Schwellenländern eine durchschnittliche jährliche Rendite von 10,36
Prozent bzw. 8,43 Prozent erwirtschaftet, die maximalen Verluste pro
Jahr lagen bei -10,91 Prozent bzw. -16,81 Prozent. "Damit ähneln
Schwellenländeranleihen vom Renditepotenzial US-Aktien oder
US-Hochzinsanleihen, sind aber deutlich defensiver in schlechten
Marktphasen", erklärt Scheurer.Â
Chancen für Anleger
Wirft man einen Blick auf künftige Entwicklungen, sollte die
Entscheidung der US-Notenbank, ihr Anleiheaufkaufprogramm sukzessive
zurückzufahren ("Tapering"), auch als ein Zeichen der konjunkturellen
Erholung gesehen werden. "Eine wirtschaftliche Belebung in den USA
und auch in Europa kann positiv für die globalen Wachstumsländer in
Asien, Lateinamerika und Osteuropa sein. Das lässt auch mittel- bis
langfristig eine reale Aufwertung vieler globaler Emerging
Markets-Währungen gegenüber dem US-Dollar erwarten", so Scheurer.
Private Anleger mit langfristigem Veranlagungshorizont, die an den
Chancen dieser Entwicklungen partizipieren möchten, können ihr
Portfolio unter anderem mit den in Österreich zum öffentlichen
Vertrieb zugelassenen Fonds aus dem Fondsuniversum von Allianz Global
Investors entsprechend international ausrichten.Â
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