EU-Wahl birgt Risiken

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Wochenkommentar: EU-Wahl birgt Risiken



Heute beginnt die Wahl zum Europäischen Parlament. Diese könnte die Risiken der Peripherie wieder stärker in den Vordergrund treten lassen. Das wird in Griechenland besonders deutlich, wo die Gefahr besteht, dass ein starkes Abschneiden der Opposition die Regierung davon abbringen könnte, den strikten Sparkurs fortzusetzten. Die von uns erwartete Gegenbewegung bei den Renditen der Benchmarkanleihen Kerneuropas ist in den letzten Tagen ja tatsächlich eingetreten. Im Wochenvergleich ist die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe um 6 Basispunkte gestiegen. Die Kurse der griechischen Anleihen konnten nach den starken Kursrückgängen in der Vorwoche im Berichtszeitraum hingegen wieder einiges an Boden gut machen. Hier droht jedenfalls Rückschlaggefahr. Die Anleihenmärkte der sicheren Häfen könnten entsprechend profitieren.

In den USA wurden im Berichtszeitraum nur verhältnismäßig wenige Konjunkturdaten veröffentlicht, Die wichtigste Veröffentlichung betraf die Stimmung der US-Verbraucher, die sich im Mai überraschend verschlechtert hat. Der entsprechende Index von Thomson Reuters und der Universität Michigan fiel nach vorläufigen Berechnungen von einem Neunmonatshoch im Vormonat auf 81,8 Punkte (April: 84,1 Punkte). Die Marktteilnehmer hatten im Median einen Anstieg auf 84,5 Punkte erwartet.

Die jüngsten Einkaufsmanagerindizes der Eurozone zeigten uneinheitliche, in Summe aber gute Ergebnisse. Der Index für den Dienstleistungssektor stieg im Mai gemäß einer ersten Schätzung auf 53,5 Punkte (April: 53,1 Punkte). Der Index für das Produzierende Gewerbe verschlechterte geringfügig auf 52,5 Punkte (April: 53,4 Punkte). Werte über 50 Punkte deuten auf eine Expansion. In Deutschland gab der Index für das Produzierende Gewerbe ebenfalls etwas nach. Der Teilindex für den Dienstleistungssektor stieg hingegen deutlich stärker als erwartet an und erreichte mit 56,4 Punkten den höchsten Stand seit Sommer 2011.

In der letzten Tagen haben die großen Agenturen einige Länderratings angehoben. So hob die Ratingagentur Standard&Poors am Freitag das Rating Rumäniens von BB+ auf BBB- an, wodurch das Land nun wieder von allen drei großen Ratingagenturen als Investmentgrade bewertet wird. In einem Bericht über das österreichischeBankensystem hat die Ratingagentur Moody’s weiterhin einen negativem Ausblick beibehalten. Trotz der beginnenden wirtschaftlichen Erholung bestehen nach Ansicht der Ratingagentur aufgrund des hohen Engagements der österreichischen Banken in Osteuropa weiter hohe Risiken für die Qualität der Aktiva. Negativ wirkte sich auch die Zurückhaltung der Republik Österreich aus, Bankengläubigern Unterstützung zu gewähren.

Die Aktienmärkte haben sich nach einem stärkeren Einbruch am vergangenen Freitag in der laufenden Woche wieder erholen. Diese Entwicklung wurde auch durch die Veröffentlichung des Protokolls der letzen Sitzung des Federal Open Market Committee unterstützt, aus der hervorgeht, dass eine frühzeitige Straffung der US-amerikanischen Geldpolitik nicht zu befürchten ist. Im Wochenvergleich ergab sich schließlich nur mehr ein kleines Minus. Auch der US-Dollar legte nach der Veröffentlichung des FED-Protokolls etwas zu. Neben den Wahlen zum Europäischen Parlament, die in einigen Mitgliedsstaaten bereits begonnen haben, finden am Sonntag auch die ukrainischen Präsidentschaftswahlen statt. Mit Schwierigkeiten bei der Stimmabgabe und gewalttätigen Ausschreitungen ist dabei vor allem in der Ostukraine zu rechnen. Die Wahl stellt auch für die Aktienmärke ein erhebliches Risiko dar.




ATX (Wiener Börse Index) : 5852.36 -0.2% ATX Intraday Chart Börse Wien
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