|
IFO-Präsident Sinn begrüßt Schäubles Widerstand gegen EZB-Anleihekäufe
Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat es begrüßt,
dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Anleihekäufe der
Europäischen Zentralbank (EZB) via OMT-Programm blockieren will. „Dies
ist eine Reaktion auf die Ankündigung des Bundesverfassungsgerichtes, das
das OMT für eine Mandatsüberschreitung und eine Machtanmaßung hält. Die
Bundesregierung hat bislang auf die Stellungnahme des Verfassungsgerichtes
vom 7. Februar noch nicht öffentlich reagiert. Dies ist einer der wenigen
indirekten Hinweise darauf, dass sie diese Stellungnahme ernst nimmt",
sagte Sinn am Donnerstag in München. „Damit wird es eher
unwahrscheinlich, dass das OMT jemals zum Einsatz kommen könnte, um die
Käufer von Staatspapieren überschuldeter Länder vor einem
Vermögensverlust zu schützen."
Am Mittwoch hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, Schäuble
habe bei einer Veranstaltung in Bielefeld erklärt, die EZB könne die
Entscheidung über OMT-Anleihekäufe „gar nicht treffen, weil sie sie an
Voraussetzungen gebunden hat, über die sie nicht verfügt".
Voraussetzungen seien Beschlüsse des dauerhaften Rettungsschirmes ESM, in
dem die Regierungen das Sagen haben. „Denn ESM-Entscheidungen sind
einstimmig, und wir werden ein solches Programm nach dieser Ankündigung
der EZB nicht beschließen", erklärte Schäuble demnach.
|