EZB: Hoffen auf die Juni-Sitzung

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EZB: Hoffen auf die Juni-Sitzung



Die jüngst wieder abgeschwächten Wirtschaftsdaten haben der Erwartung einer neuerlichen geldpolitischen Lockerung weiteren Aufschub gegeben. Die von der EZB durchgeführte Survey of Professional Forecasters bestätigte zudem einen sehr verhaltenen Inflationsausblick für die Eurozone.

Im ersten Quartal 2014 verzeichnete die Wirtschaft der Eurozone gegenüber dem Vorquartal gemäß einer ersten Schätzung von Eurostat einen Anstieg um 0,2% q/q (Q4 2013: 0,2% q/q). Gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres ergab sich ein Plus von 0,9% (Q4 2013: +0,5% j/j). Trotz eines kräftigen Wachstums in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, verlief die wirtschaftliche Entwicklung damit etwas schwächer als erwartet. Eine Reihe von Mitgliedsstaaten, darunter die Niederlande, Italien und Portugal, wiesen im Quartalsvergleich sogar negative Wachstumsraten auf. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt hat sich laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden nach vorläufigen Ergebnissen hingegen etwas stärker entwickelt als erwartet. Es stieg im ersten Quartal des Jahres saisonbereinigt um beachtliche 0,8% q/q. (Q4 2013: 0,4%). Im Jahresvergleich ergab sich ein Anstieg um 2,3% (arbeitstagebereinigt) bzw. 2,5% (unbereinigt). Der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts war auf die gute Binnennachfrage zurückzuführen. Sowohl der staatliche und private Konsum als auch die Investitionen lieferten positive Wachstumsbeiträge. Der Außenbeitrag war hingegen negativ. Österreich wies laut einer WIFO-Schnellschätzung ein deutlich schwächeres Wachstum auf. Im Quartalsvergleich ergab sich auf saisonbereinigter Basis ein Zuwachs der Wirtschaftsleistung um lediglich 0,3% (Q4 2013: 0,4% q/q). Alle Komponenten des Bruttoinlandsprodukts entwickelten sich aber positiv. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres ist die Wirtschaft unbereinigt um 0,4% gewachsen.

Die Renditen der europäischen Staatsanleihen verzeichneten im Berichtszeitraum unisono einen Abwärtstrend. Sowohl die Anleihenkurse in den Ländern Kerneuropas als auch jene der Eurozonenperipherie sind gestiegen. Die Märkte rechnen ganz offensichtlich verstärkt damit, dass die Europäische Zentralbank bei ihrer nächsten Sitzung am 5. Juni ihre Geldpolitik weiter lockern wird. Neben einer weiteren Zinssenkung – der Einlagesatz könnte in negatives Territorium gesenkt werden – stehen weitere Maßnahmen im Raum, die vor allem auf eine Ankurbelung der Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen abzielen könnten. Der Renditerückgang widerspiegelt aber vor allem auch die mit der Aussicht auf Lockerung verbundene Hoffnung auf ein "Quantitative Easing", also einen groß angelegten Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank, wider. Neben weit unter den Zielen liegenden Inflationsraten, fallenden Inflationserwartungen und der in vielen Ländern noch immer sehr schleppenden Kreditvergabe macht der Europäischen Zentralbank auch der sehr starke Euro, der ja ebenfalls inflationsdämpfend wirkt, Sorgen. Die Erwartung einer geldpolitischen Lockerung in der Eurozone hat sich auch am Devisenmarkt bemerkbar gemacht. Der US-Dollar hat gegenüber dem Euro in den letzten Tagen kräftig aufgewertet und insgesamt um 1,7% zu. Angetrieben von der Hoffnung auf anhaltend niedrige Zinsen haben sich die europäischen Aktienmärkte in den letzten Tagen überwiegend positiv entwickelt. Der DAX stieg im Wochenverlauf um etwa 2%. Der ATX entwickelte sich gegen den allgemeinen Trend etwas schwächer. In den nächsten Tagen erwarten wir eine anhaltende Stärke der US-amerikanischen Währung und ein weiterhin freundliches Klima an den Aktienmärkten. Dieses könnte aber durch eine Verschärfung der geopolitischen Spannungen und ein Abflauen der Erwartungen an Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank ebenso gestört werden wie durch Enttäuschungen bei den anstehenden Wirtschaftszahlen. Bei den Renditen rechnen wir bereits in den nächsten Tagen mit einer leichten Gegenbewegung.




ATX (Wiener Börse Index) : 5866.33 -1.6% ATX Intraday Chart Börse Wien
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